Die EU hat im Zusammenhang mit dem Militärputsch in Myanmar Insidern zufolge erstmals Sanktionen gegen Unternehmen beschlossen. Auch gegen zehn weitere Personen seien Strafmaßnahmen vereinbart worden, wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei Diplomaten erfuhr. Die 27 Vertreter der Mitgliedsstaaten hätten sich auf den Schritt verständigt, sagte einer von ihnen. Die Maßnahmen könnten kommende Woche in Kraft treten, dann würden auch die Namen der betroffenen Personen veröffentlicht. Die EU lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab, Vertreter von Myanmar in Brüssel waren zunächst nicht zu erreichen.

Die EU hatte im März Sanktionen gegen elf Personen im Zusammenhang mit dem Putsch verhängt. Im selben Monat erfuhr Reuters von Insidern, dass auch gegen Teile von Konglomeraten der Armee vorgegangen werden solle. Betroffen sind die Myanmar Economic Holdings Limited (Mehl) und Myanmar Economic Corporation (MEC), die nach Darstellung der UN dem Militär zusätzliche Einkünfte bescheren. Sie sind in der Wirtschaft von Myanmar in zahlreiche Sektoren eingebunden, vom Bergbau über Lebensmittel und Hotels bis zur Finanzbranche.

Seit dem Putsch am 1. Februar geht die Armee in Myanmar mit Härte gegen politische Gegner vor. Einem Medienbericht zufolge wurde am Donnerstag ein weiterer Demonstrant erschossen. Nach Angaben der Hilfsorganisation für politische Gefangene AAPP haben die Sicherheitskräfte seit Anfang Februar mehr als 700 Aktivisten getötet. (reuters)