Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed dürfte angesichts der massiven Spannungen im Land einlenken und auf die Verlängerung seiner vierjährigen Amtszeit verzichten. Er hat sich für Neuwahlen und die Rückkehr zum politischen Dialog ausgesprochen.

In einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede an die Nation kündigte Mohamed in der Nacht auf Mittwoch an, kommenden Samstag um die Zustimmung des Parlaments "für den Wahlprozess" zu bitten. Die politischen Akteure rief er zu "dringenden Gesprächen" über die Art der Abhaltung der Wahl auf. Außerdem teilte er mit, dass er den Versuch, weitere zwei Jahre im Amt zu bleiben, fallen lasse.

Mohameds Amtszeit war am 8. Februar abgelaufen. In der Folge verschob er wiederholt die Wahlen. Mitte April unterzeichnete er ein Gesetz auf Verlängerung seiner Amtszeit. Dies löste massive Unruhen aus. Das Militär baute in der Hauptstadt Mogadischu Befestigungen, was die Angst vor massiven Auseinandersetzungen schürte. Ein weiterer Faktor, der den Bürgern Angst machte, ist, dass Mohamed ein Angehöriger des Darod-Clans ist, während ein großer Teil der Opposition, aber auch hohe Militärs dem Hawiye-Clan angehören. (orf/reuters)