Die zivile Gegenregierung in Myanmar dringt zur Lösung der Krise nach dem Putsch auf einen Dialog mit den ASEAN-Staaten. Voraussetzung sei aber eine bedingungslose Freilassung der politischen Häftlinge, forderte Mahn Winn Khaing Thann, der als Ministerpräsident der unlängst gebildeten pro-demokratischen Regierung der Nationalen Einheit fungiert, in einer Stellungnahme. Auch die abgesetzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi müsse freikommen.

Mahn Winn Khaing Thann reagierte auf das Treffen der zehn ASEAN-Staaten am Wochenende, an dem der Chef der Militärregierung, General Min Aung Hlaing, teilnahm, aber kein ziviler Vertreter Myanmars. Er forderte die beteiligten Länder auf, direkt mit der Zivilregierung zu sprechen. Er sei besorgt über "jegliche Verfälschung der Fakten durch das Militär".

Mahn Win Khaing Than befindet sich wie die meisten hochrangigen Vertreter der Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD), die die im Februar gestürzte Regierung gestellt hatte, auf der Flucht. Die abgesetzte De-Facto-Regierungschefin Suu Kyi dagegen ist im Polizeigewahrsam.

Politik der Nichteinmischung

Die im südostasiatischen Staatenbund ASEAN zusammengeschlossenen Länder verfolgen traditionell eine Politik der gegenseitigen Nichteinmischung. Die Vereinten Nationen, die USA und Myanmars einflussreicher Nachbar China sehen die ASEAN-Gruppe als bevorzugten Kreis für eine Lösung des Konflikts an. (apa, reuters)