Die EU erwägt in Reaktion auf den wachsenden Einfluss von Terroristen im Norden Mosambiks den Start eines Militäreinsatzes zur Unterstützung der Regierungstruppen. "Wir werden versuchen, eine Ausbildungsmission zu entsenden, wie wir sie in der Sahelzone haben, um die Sicherheitslage in Mosambik beherrschbar zu machen", sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Donnerstag bei einem Treffen der Verteidigungsminister der EU-Staaten in Brüssel.

Die Regierung des südostafrikanischen Landes habe um Hilfe gebeten. Im Norden Mosambiks verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. Dem Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zufolge wurden mehr als 530.000 Menschen vertrieben. Die Rebellion hat laut Experten ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde.

Zuletzt hatte es unter anderem mehrfach Angriffe auf die Küstenstadt Palma gegeben. In der Region ist der französische Energiekonzern Total an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt. Er brachte in Reaktion auf die Offensive der Terroristen gut 1.000 Mitarbeiter in Sicherheit.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnte zuletzt vor einer sich zuspitzenden Krise in der Konfliktprovinz Cabo Delgado. Inmitten der Gewalt seien Tausende Menschen auf der Flucht. Knapp eine Million Menschen sei aktuell von großem Hunger betroffen. Allein nach einem Angriff auf die Stadt Palma im März seien 50.000 Menschen geflohen.

Wie ein EU-Einsatz in Mosambik genau aussehen könnte, blieb zunächst unklar. An der Ausbildungsmission für die Sahelzone (EUTM Mali), die Borrell als Orientierungspunkt nannte, sind bis zu 1.077 Personen beteiligt, darunter auch Soldaten aus Österreich. Ziel des Einsatzes ist es, die Streitkräfte in der Region durch Beratung und Ausbildung so zu unterstützen, damit diese Bedrohungen durch terroristische Gruppen effektiv entgegentreten können. Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen umfasst das Mandat allerdings nicht.

Für Österreich ist eine allfällige Mission in Mosambik "zum jetzigen Zeitpunkt" nach Aussage von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) "kein Thema". Als "wichtiger" sehe man eine Mission im Irak an, "wo wir demnächst auch eine Entscheidung erwarten", so Tanner. Details dazu wollte sie noch nicht bekanntgeben.

(apa, dpa)