In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist die Zahl der Toten nach einem An-schlag mit einer Autobombe auf 58 gestiegen. Mehr als 150 Menschen wurden dabei verletzt. Bei einem Großteil der Toten und zahlreichen Verletzten handle es sich um Schüler, sagte ein hochrangiger Beamter des Innenministeriums der Agentur Reuters. Der Anschlag wurde mit einer Autobombe und mit Granatwerfern ausgeführt.

Ein Augenzeuge erzählte, ein Auto sei vor dem Eingang der Schule explodiert. Bis auf sieben oder acht handle es sich bei den Opfern um Schülerinnen, die nach Unterrichtsschluss nach Hause gehen wollten. Präsident Ashraf Ghani machte die radikalislamischen Taliban für den Anschlag verantwortlich. Der Sprecher der Gruppierung wies dies zurück und verurteilte den Angriff auf die Schule. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Anschlag.

Stadtteil von schiitischen Hazara bewohnt

In dem Stadtteil, in dem sich der Anschlag ereignete und der vor allem von schiitischen Hazara bewohnt wird, fanden in der Vergangenheit immer wieder schwere Angriffe auf zivile Einrichtungen wie Bildungszentren oder etwa Sportclubs statt. Viele davon reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich. Sunnitische Extremisten wie die Mitglieder der IS-Terrormiliz bekämpfen Schiiten als Abtrünnige.

Das US-Außenministerium forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Die Vereinigten Staaten verurteilten den "barbarischen Angriff", hieß es in einer Mitteilung. "Wir fordern ein sofortiges Ende der Gewalt und der sinnlosen Angriffe auf unschuldige Zivilisten." Washington betonte, man werde das afghanische Volk weiterhin unterstützen und mit ihm zusammenarbeiten, damit die Errungenschaften der letzten zwei Jahrzehnte nicht zunichtegemacht werden.

In Afghanistan reißt die Gewalt seit dem Beginn des Abzugs der internationalen Truppen nicht ab. Die Taliban gehen massiv gegen das Militär und die Re-gierung im Kabul vor. (apa, dpa, reuters)