Irans früherer Präsident Mahmoud Ahmadinejad will bei der Präsidentenwahl im Juni wieder antreten. Der Hardliner ließ sich am Mittwoch als Kandidat registrieren. Das Volk sollte an Entscheidungsprozessen beteiligt sein, zitierte das staatliche Fernsehen Ahmadinejad nach der Einreichung der Unterlagen. "Wir müssen uns alle auf grundlegende Reformen einstellen." Ahmadinejad war bereits von 2005 bis 2013 Präsident.

Die Registrierung der Kandidaten für die Wahl startete am Dienstag und ist bis Samstag angesetzt. Jeder Bewerber muss als angesehene Persönlichkeit aus Politik oder Religion erachtet werden und einen tadellosen Ruf hinsichtlich Frömmigkeit sowie Treue gegenüber der Islamischen Republik haben.

Gemäßigte oft disqualifiziert

In der Vergangenheit wurden vom Wächterrat jedoch zahlreiche meist gemäßigte Kandidaten disqualifiziert. 2017 durfte aber auch Ahmadinejad nicht antreten. Er hatte damals mit seiner Registrierung gegen den Wunsch des politischen und geistlichen Oberhaupts, Ajatollah Ali Khamenei, gehandelt.

Während seiner achtjährigen Amtszeit war Ahmadinejad zuerst der Liebling des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit kamen aber immer mehr Zweifel an seiner Politik auf. Sein Kurs in der Atompolitik führte zu zahlreichen Sanktionen gegen das Land und folglich in eine Wirtschaftskrise.

Amtsinhaber Hassan Rouhani, ein gemäßigter Pragmatiker, darf nach zwei aufeinanderfolgenden Amtsperioden nicht erneut antreten. Ahmadinejad, der von 2005 bis 2013 Präsident war, ist im Iran umstritten und auf Stimmen der ärmeren Arbeiterklasse angewiesen. Viele Iraner sind wegen der ausbleibenden wirtschaftlichen Erholung enttäuscht. Zahlreiche Hardliner haben zudem bereits erklärt, den Geistlichen und Justiz-Chef Ebrahim Raisi unterstützen zu wollen, sollte er bei der Präsidentenwahl antreten.

Massive Auswirkungen der US-Sanktionen

Die Wirtschaft des Iran ist in vielen Teilen durch die US-Sanktionen lahmgelegt. 2018 hatte US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen, das den Zugang des Irans zu Atomwaffen begrenzen soll, einseitig aufgekündigt und wieder Strafmaßnahmen verhängt. Trumps Nachfolger Joe Biden hat sein Interesse an einer Wiederbelebung des Abkommens von 2015 bekundet, derzeit laufen darüber Gespräche. (apa, dpa)