Ägypten hat seinen Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen wegen des dortigen Konflikts einen Tag eher für den Personenverkehr geöffnet als geplant. Durch die einseitige Öffnung am Sonntag können gestrandete Palästinenser und Verletzte nach Ägypten einreisen, teilte ein Sprecher der palästinensischen Botschaft in Ägypten mit.

Der Übergang war seit Donnerstag wegen der muslimischen Feiertage zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan geschlossen und sollte eigentlich erst am Montag wieder öffnen. Wegen des Feiertags war dort am Sonntag nur die Hälfte der üblichen Zahl an Mitarbeiter im Einsatz.

Berichten zufolge unternahmen ägyptische Behörden den "außergewöhnlichen" Schritt, um verletzte Palästinenser zur Behandlung in ägyptische Krankenhäuser zu lassen. Dabei war von einer "Geste der Solidarität" mit den Palästinensern die Rede. Bisher seien aber keine Verletzten der israelischen Bombardements im Gazastreifen eingetroffen, hieß es aus der palästinensischen Botschaft. Es seien auch keine ägyptischen Krankenwagen nach Gaza gefahren, um Verletzte aufzunehmen.

Israel und Ägypten halten den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt aus Sicherheitsgründen unter Blockade. Sie begründen dies mit Sicherheitserwägungen. Die Lebensbedingungen in dem schmalen Küstenstreifen mit rund zwei Millionen Einwohnern sind nach Angaben von Hilfsorganisationen sehr schlecht. In den vergangenen Jahren hat Ägypten den Grenzübergang von Zeit zu Zeit geöffnet, jeweils für einen oder mehrere Tage. Es durften nur Kranke oder Menschen mit einer besonderen Genehmigung passieren. Im Februar öffnete Ägypten den Übergang erstmals seit Jahren auf unbestimmte Zeit. (apa/dpa)