Im Atomstreit mit dem Iran bemängelt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fehlende Informationen zur Herkunft von Uran-Spuren, die IAEA-Kontrolleure bei Sonderinspektionen in der Islamischen Republik gefunden hatten. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Bericht von IAEA-Chef Rafael Grossi hervor. Der mangelnde Fortschritt nach monatelangen Gesprächen erschwere es der IAEA, die friedliche Ausrichtung des iranischen Atomprogramms festzustellen, schrieb Grossi.

Das Fazit der IAEA-Kontrolleure könnte die Verhandlungen über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran ausbremsen. Bereits vor drei Monaten stand der Iran wegen der bei Kontrollen entdeckten Uran-Spuren in der Kritik.

Das 2015 geschlossene Abkommen steht auf der Kippe, seit es die USA 2018 unter Ex-Präsident Donald Trump einseitig aufkündigten und gegen den Iran wieder Sanktionen in Kraft setzten. Die Regierung in Teheran zog sich ihrerseits schrittweise aus Verpflichtungen der Vereinbarung zurück. Trumps Nachfolger Joe Biden hat Interesse an einem Wiedereinstieg signalisiert, erwartet dafür jedoch, dass der Iran seine Auflagen unter anderem zur Uran-Anreicherung wieder erfüllt.

Keine unüberwindbaren Hindernisse

Nach iranischer Darstellung gibt es bei den internationalen Verhandlungen über eine Wiederaufnahme des Atomabkommens keine unüberwindbaren Hindernisse. "Die Gespräche in Wien stecken nicht in einer Sackgasse", sagte Regierungssprecher Ali Rabiei am Dienstag. Man sei an den Punkt angelangt, wo noch einige wenige zentrale Fragen gelöst werden müssten. "Viele Einzelheiten müssen berücksichtigt werden, aber keines dieser Hindernisse ist unüberwindbar."

Uran kann je nach Anreicherungsgrad für den Betrieb von Atomkraftwerken oder den Bau von Nuklearwaffen genutzt werden. Unlängst begann der Iran entgegen den Bestimmungen des Abkommens, Uran statt auf 20 auch auf 60 Prozent anzureichern - ein großer Schritt in Richtung waffenfähiges Material. 2,4 Kilogramm davon soll der Iran produziert haben. (reuters)