In der Ukraine-Affäre wächst durch einen Medienbericht der Druck auf das Umfeld des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Mitschnitte eines Telefonats des damaligen Trump-Anwalts Rudy Giuliani vom Juli 2019 belegten, dass dieser ukrainische Regierungsvertreter unter Druck gesetzt habe, berichtete der TV-Sender CNN am Dienstag. Die Regierung in Kiew habe unbegründeten Vorwürfen gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden nachgehen sollen. Giuliani habe Andrej Jermak, einen Berater von Staatschef Wolodymyr Selenskyj, gedrängt, der Präsident solle die Staatsanwaltschaft einschalten und "Beweise untersuchen und ausgraben". Dann müsse es sich mit der Biden-Sache erledigt haben.


Das Telefonat war dem Bericht zufolge ein Vorgespräch für das Telefonat von Trump mit Selenskyj gewesen, das im Zentrum der Ukraine-Affäre steht. Giuliani habe gewollt, dass Selenskyj die Ermittlungen in dem Gespräch mit Trump ankündigen sollte. Trump wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Der Republikaner soll die Ukraine gedrängt haben, gegen seinen Herausforderer Biden und dessen Sohn Hunter wegen Korruptionsvorwürfen zu ermitteln. Trump musste sich deshalb einem Amtsenthebungsverfahren stellen, dass aber Anfang 2020 an der Mehrheit der Republikaner im Senat scheiterte. Trump hat die Vorwürfe, er habe Selenskyj zu einer Schmutzkampagne gegen den heutigen US-Präsidenten Biden aufgefordert, als politische Hexenjagd zurückgewiesen.

Im April gab es Ermittlungen gegen Giuliani wegen seiner Geschäfte in der Ukraine in seiner Zeit als Trump-Anwalt. Dabei wurden auch sein Haus und Büro durchsucht. Angeklagt wurde er nicht. Der Ex-Bürgermeister von New York erklärte damals, dass sein Verhalten "absolut legal und ethisch" gewesen sei. (reuters)