Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat das "Ende" des französischen Militäreinsatzes in der Sahelzone in seiner bisherigen Form angekündigt. Die "Opération Barkhane" solle durch eine internationale Allianz gegen Islamisten abgelöst werden, sagte Macron am Donnerstag in Paris im Vorfeld der Gipfeltreffen der G7 und der Nato-Staaten. Macron sprach von einer "grundlegenden Umbildung" des französischen Einsatzes mit bisher 5.100 Soldaten. Es müsse eine "tiefgreifende Umgestaltung" geben, sagte Macron. "Viele Soldaten sind gefallen."

Es werde künftig zwei Pfeiler geben: Der Kampf gegen den Terror auch mit Partnern aus Europa und eine Kooperation mit anderen Streitkräften. Frankreich hatte zuletzt seine gemeinsamen militärischen Einsätze mit Mali zeitweise ausgesetzt und so den Druck auf den Krisenstaat verstärkt. Nach dem jüngsten Putsch müsse es "Garantien" für den politischen Übergang in dem westafrikanischen Land geben, hieß es aus Paris. Macron machte nun deutlich, dass die Zusicherungen aus Mali nicht ausreichten, um die gemeinsamen Einsätze mit Mali jetzt schon wieder aufzunehmen.

Macron stellte eine starke Verminderung der entsandten Soldaten in Aussicht, ohne dabei eine Zahl zu nennen. Er hatte bereits mit dem Rückzug der Truppen seines Landes gedroht, sollte sich Mali nach dem Putsch in Richtung radikaler Islamismus entwickeln. Die EU ist mit einer militärischen Trainingsmission aktiv. An dem Einsatz EUTM Mali sind bis zu 1.077 Soldaten beteiligt. Deutschland stellte davon zuletzt bis zu 450.

Kampf gegen Islamisten

Die "Opération Barkhane" läuft seit 2014, nachdem zwei Jahre davor zunächst Tuareg-Rebellen den Norden Malis für unabhängig erklärt hatten, dann aber ihrerseits islamistischen Gruppierungen wie der Boko Haram unterlagen. Als die Islamisten auf die Hauptstadt Bamako zu steuerten, bat die Regierung in Mali die ehemalige Kolonialmacht Frankreich um Hilfe.

Im Vorjahr verzeichnete Frankreich mit seinem Engagement zwar militärische Erfolge, die Sicherheitslage besserte sich jedoch nicht, die Zahl der Binnenvertriebenen in Mali erhöhte sich weiter auf mehr als 300.000, zudem gab es so gut wie keine politischen Fortschritte in dem andauernden Konflikt. Der Militäreinsatz verursacht enorme Kosten, was ebenfalls zu Kritik in Frankreich beigetragen hat. Das von Macron angekündigte Ende der "Opération Barkhane" erfolgt für Experten keineswegs überraschend. (apa/sir)