Erstmals seit Inkraftreten der Waffenruhe mit der Hamas im Mai hat Israel wieder Luftangriffe auf den Gazastreifen geflogen. Es seien Militärstellungen der Islamisten in Gaza-Stadt und Chan Junis bombardiert worden, teilte die israelische Armee am Mittwoch mit. Dies sei eine Reaktion auf Angriffe mit Brandballons gewesen, die in dem Palästinensergebiet gestartet worden seien und in Israel mehrere Brände auf offenem Feld ausgelöst hätten. Die Hamas bestätigte die israelischen Luftangriffe. Angaben über Verletzte lagen nicht vor. Den Brandballons vorausgegangen war ein umstrittener Marsch israelischer Nationalisten durch Ostjerusalem, der von den Palästinensern als Provokation kritisiert worden war und Drohungen der Hamas zur Folge hatte.

Israel betrachtet ganz Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen dagegen den Ostteil als Hauptstadt eines zukünftigen Staates. Im Mai hatten geplante Zwangsräumungen von Häusern palästinensischer Familien in Ostjerusalem auf Gebiet, das von jüdischen Siedlern beansprucht wird, zu schweren Ausschreitungen an der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in der Altstadt geführt. Die Hamas feuerte daraufhin Raketen ab und es kam zu den schwersten Kämpfen zwischen Israel und den Islamisten seit Jahren. Nach elf Tagen wurde eine Waffenruhe vereinbart. (reuters)