Die Präsidentschaftsstichwahl in Peru Anfang Juni ist denkbar knapp ausgegangen: Keine 50.000 Stimmen trennen den erklärten Wahlsieger Pedro Castillo und die unterlegene Präsidententochter Keiko Fujimori. Die Verliererin hat deshalb eine internationale Überprüfung der Stichwahl gefordert und ist damit nun gescheitert. Wegen der Neutralitätspflicht könne ihrem Antrag nicht stattgegeben werden, erklärt Justizminister Eduardo Vega. Er verweist auf die nationale Wahlaufsichtsbehörde, die mögliche Unregelmäßigkeiten untersuche.

Fujimori reagiert darauf empört und wirft dem peruanischen Übergangspräsidenten Francisco Sagasti  auf Twitter vor, er werde seiner Verantwortung, faire und transparente Wahlen zu garantieren, nicht gerecht.

Laut vorläufigem Ergebnis hat die Rechtspopulistin Fujimori die Wahl am 6. Juni knapp gegen ihren linken Rivalen Castillo verloren. Dessen Vorsprung lag bei rund 44.000 Stimmen. Fujimori beklagte nach der Wahl Unregelmäßigkeiten und beantragte die Prüfung und Neuauszählung tausender Stimmen.

Die nationale Wahlbehörde hat die meisten der Anträge aus dem Lager Fujimoris auf Annullierung von Stimmen aber bereits abgelehnt. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die EU und die USA haben die Wahl als ordnungsgemäß eingestuft.

Fujimori droht im Falle einer Wahlniederlage eine Anklage in einem Korruptionsverfahren. Die Staatsanwaltschaft fordert 30 Jahre Haft. Bei einem Wahlsieg wäre sie aufgrund ihrer Immunität als Staatschefin vorerst vor Strafverfolgung geschützt. Der Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori wird vorgeworfen, für ihre Wahlkämpfe 2011 und 2016 Geld von Unternehmen angenommen zu haben. Sie bestreitet die Anschuldigungen. (apa/afp)