Johannesburg. Seine verbliebenen Anhänger gehen für Südafrikas Ex-Präsidenten Jacob Zuma auf die Straße. Nachdem Zuma wegen Missachtung der Justiz zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt worden war, blockierten Anhänger des Präsidenten in den Provinzen KwaZulu-Natal und Guateng wichtige Straßenverbindungen. In Johannesburg, das in Guateng liegt, legten sie zudem Bahn- und Busverkehr derart lahm, dass zehntausende Pendler festsaßen.

Immer wieder schlagen die Proteste aber in Gewalt und Raubzüge um: ein Einkaufszentrum stand in KwaZulu-Natal in Flammen, Geschäfte und Bankomaten wurden geplündert, zudem wurden Autos mit Steinen beworfen und zerstört. Bei Schusswechseln zwischen Demonstranten und Polizei sind bisher zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Als Reaktion auf die Proteste kündigte die Regierung nun an, auch Soldaten einzusetzen.

Die Verfassung garantiere das Recht auf Demonstrationen, doch gebe es keine Rechtfertigung für die Ausschreitungen, sagte Präsident Cyril Ramaphosa. Zudem warnte er, dass sich die Demonstrationen in "ethnisch motivierte Gewalt" verwandelt hätten. Zuma gehört der Volksgruppe der Zulu an, während Ramaphosa zur Gruppe der Venda gehört und große Teile seiner Unterstützer innerhalb des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) gehören zur Gruppe der Xhosa. Tribalismus werde in Südafrika nicht geduldet, betonte Ramaphosa in einer Ansprache.

Zuma muss sich vor einer Untersuchungskommission wegen diverser Korruptionsvorwürfe während seiner Amtszeit (2009-2018) verantworten, war aber einer Vorladung nicht gefolgt.