Anlässlich des 76. Jahrestags der Atomabwürfe im japanischen Hiroshima, bei denen rund 140.000 Menschen starben, haben die ÖVP-Politiker Sebastian Kurz und Alexander Schallenberg zur atomaren Abrüstung aufgerufen. 

"Die Opfer von Hiroshima und Nagasaki erinnern uns daran, dass die Bedrohung durch Atomwaffen kein Thema der Vergangenheit ist, sondern nach wie vor eine der größten existentiellen Gefahren für die Menschheit darstellt", stellten Österreichs Bundeskanzler und Außenminister in einer gemeinsamen Aussendung fest. Sie plädierten für ein Verbot von Atomwaffen. "Wir müssen dieses existentielle Risiko präventiv beseitigen", ergänzte Schallenberg.

Im am 22. Jänner in Kraft getretenen Atomwaffenverbotsvertrag sieht Schallenberg einen "Grund zur Hoffnung". "Das neue völkerrechtliche Verbot von Atomwaffen aufgrund ihrer inakzeptablen humanitären Auswirkungen und unkontrollierbaren Risiken ist ein Meilenstein und ein Wegweiser, wie eine Abkehr von atomarer Abschreckung möglich ist", erklärte er und strich hervor, dass das erste Vertragsstaatentreffen Anfang 2022 in Wien unter österreichischem Vorsitz stattfinden werde.

Der Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons/TPNW) wurde 2017 von der UNO-Vollversammlung angenommen. Er trat Anfang dieses Jahres, 90 Tage nach der Ratifikation durch den 50. Unterzeichnerstaat (Honduras), in Kraft. Er verbietet Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und Einsatz von Kernwaffen. Allerdings wird das Abkommen von allen bestehenden Atommächten boykottiert.

Olympia ohne Gedenkminute

Bei den Olympischen Spielen, die derzeit in Japan stattfinden, wird es unterdessen keine Schweigeminute für die Opfer des Atombombenabwurfs geben. Das hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) bereits am Sonntag bekanntgegeben.

Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui hatte zuvor in einem Brief an den IOC-Präsidenten Thomas Bach darum gebeten, dass "die Athleten und Organisatoren die harsche Realität der atomaren Zerbombung thematisieren". Laut der japanischen Tageszeitung "Asahi Shimbun" fühlen sich nun viele Bürger in Hiroshima nach der Absage des IOC "betrogen". (reu/apa)