Ein Gericht in China hat das Todesurteil gegen den kanadischen Rauschgifthändler Robert Schellenberg bestätigt. Der Mann wurde 2014 wegen Drogenschmuggels festgenommen. Einzig das Oberste Volksgericht in China kann das Urteil in letzter Instanz noch kippen. 

Die ursprüngliche Strafe von 15 Jahren Haft wurde später in ein Todesurteil geändert, nachdem in Kanada die Huawei-Finanzchefin und Tochter des Firmengründers Meng Wanzhou festgenommen worden war.  Der Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei wird in den USA Bankbetrug im Zusammenhang mit Verstößen gegen Sanktionen gegen den Iran vorgeworfen. In Kanada läuft nun ein Verfahren, in dem über die Auslieferung der Geschäftsfrau an die USA entschieden wird. 

Vorwurf der "Geiseldiplomatie"

Seit der Inhaftierung von Meng Wanzhou werden in China zwei weitere Kanadier festgehalten. Anlass genug für Ottawa, um der Regierung in Peking eine "Geiseldiplomatie" zu unterstellen. Der frühere Diplomat Michael Kovrig und der Geschäftsmann Michael Spavor haben eine Anklage wegen Spionage am Hals. Kanadische Medien berichteten unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen, dass Spavor noch in dieser Woche mit einem Urteil rechnen kann. 

"Es ist kein Zufall, dass diese Urteile gerade jetzt gefällt werden", sagt der kanadische Botschafter in China, Dominic Barton, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Inmitten der diplomatischen Spannungen haben die Regierungen einander aufgerufen, die festgehaltenen Landsleute wieder freizulassen. 

In der Volksrepublik sind die üblichen Sanktionen für Drogenschmuggel lange Haftstrafen oder die Todesstrafe. In den vergangenen Jahren wurden mindestens zwei Todesurteile gegen Ausländer ausgesprochen - chinesische Gerichte haben eine Vollzugsrate von 99 Prozent. (reuters / apa)