Ein Präsident und 156 Parlamentsabgeordnete werden neu gewählt, wenn am heutigen Donnerstag die Menschen in Sambia zu den Urnen schreiten.

Im Vorfeld des Votums hat der amtierende Präsident Edgar Lungu von der sozialdemokratischen Patriotischen Front (PF) das Militär in der Hauptstadt Lusaka eingesetzt, um die Gewalt auf den Straßen einzudämmen. Zu den politischen Problemen kommt, dass die knapp 18 Millionen Einwohner des afrikanischen Landes massiv mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben.
Ihr Browser kann derzeit leider keine SVG-Grafiken darstellen!

Zuletzt waren Anhänger der regierenden PF von Angreifern mit Macheten getötet worden. Vier Verdächtige wurden in diesem Zusammenhang festgenommen. Es handelt sich dabei vermutlich um Mitglieder der größten Oppositionskraft, der Vereinigten Partei für Nationale Entwicklung (UPND). Die Opposition wirft Lungu vor, das Land zunehmend autokratisch zu regieren. Der Präsident kandidiert für eine dritte Amtszeit - seine Gegner halten das für verfassungswidrig. Amnesty International kritisiert, dass seit dem Amtsantritt Lungus im Jahr 2016 mehrere Oppositionelle inhaftiert und unabhängige Medienhäuser geschlossen worden seien.

Lungu hat jedenfalls gewarnt, dass jeder, der Streit provoziere, festgenommen werde - Präsidentschaftskandidaten eingeschlossen. Es wird befürchtet, dass es nach der Wahl bei Protesten der unterlegenen Kandidaten zu blutigen Ausschreitungen kommt.

Zu diesen Problemen kommt, dass kaum eine Region so sehr unter den Folgen des Klimawandels leidet wie das südliche Sambia. In den letzten Jahren suchten lange, quälende Dürreperioden und Extremereignisse wie Epidemien und Schädlingsplagen das Land heim. Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen, es fehlt vor allem an Trinkwasser. Dazu kommt, dass es im Land fast keine nennenswerten Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. (red)