Die EU wird nach Einschätzung ihres Außenbeauftragten Josep Borrell einen Dialog mit den neuen Machthabern in Afghanistan aufnehmen müssen. "Die Taliban haben den Krieg gewonnen, also werden wir mit ihnen reden müssen", sagte er am Dienstagabend nach einer Videokonferenz der EU-Außenminister.

Ziel soll es demnach sein, eine mögliche neue Migrationskatastrophe und eine humanitäre Krise zu verhindern. Um die Frage einer offiziellen Anerkennung der Taliban geht es laut Borrell nicht.

Taliban-Pluralismus

Unterdessen haben die Islamisten bekannt gegeben, dass auch weitere politische Kräfte an der Macht in Afghanistan beteiligt werden sollen. Das sagte der langjährige Sprecher der Islamisten, Zabihullah Mujahid, bei seiner ersten öffentlichen Pressekonferenz in Kabul am Dienstag. "Wenn die Regierung gebildet ist, dann wird jeder einen Teil daran haben." Die Islamisten seien nicht für Macht hier, sondern um eine islamische Regierung aufzubauen.