Israels Luftwaffe hat erneut Stellungen der islamistischen Palästinenser-Organisation Hamas im Gazastreifen angegriffen. Die Armee bezeichnete das am Dienstag als Reaktion auf sogenannte Brandballons, die am Montag aus dem Palästinenser-Gebiet nach Israel geschickt worden waren, sowie auf Beschuss mit Maschinengewehren. Bei einer Razzia des israelischen Militärs im besetzten Westjordanland wurde unterdessen ein Jugendlicher laut einem palästinensischen Rettungsdienst getötet.

Die Luftwaffe griff den Angaben zufolge Ziele in Gaza-Stadt, Khan Younis und Jabalia an, einen Ort zur Herstellung von Waffen, Eingänge zu zwei "Terrortunneln" sowie einen unterirdischen Raketenabschussort im Gazastreifen an. Tote oder Verletzte gab es demnach nicht. Die Luftangriffe hätten aber einen materiellen Schaden verursacht.

Militante Palästinenser lassen immer wieder Ballons mit Spreng-und Brandsätzen aus dem Gazastreifen nach Israel fliegen. Dadurch kommt es im Süden Israels häufig zu Bränden. Nach Konfrontationen am Gaza-Grenzzaun am Samstag hatte die israelische Luftwaffe bereits mehrere Stellungen der Hamas im Gazastreifen angegriffen. Nach den jüngsten Auseinandersetzungen befinden sich nach offiziellen Angaben zwei Palästinenser im Alter von 13 und 14 Jahren sowie ein israelischer Grenzpolizist in kritischem Zustand.

Ägypten schloss daraufhin nach Angaben der Hamas den Rafah-Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und dem Sinai. Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hieß es, dies sei wegen Instandhaltungsarbeiten geschehen. Das israelische Radio berichtete dagegen, es sei eine Antwort auf die Auseinandersetzungen.

Im Mai hatten sich Israel und militante Palästinenser elf Tage lang einen bewaffneten Konflikt geliefert. Dabei starben im Gazastreifen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 255 Menschen. In Israel gab es nach offiziellen Angaben 13 Tote. Die EU, Israel und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein.

Mit Kopfschuss getötet

Dem im Westjordanland getöteten 15-Jährigen sei in den Kopf geschossen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah am Dienstag mit. Nach Angaben der israelischen Armee hatten Soldaten in einem Flüchtlingslager in Nablus einen Verdächtigen wegen Terroraktivitäten festgenommen. Dabei seien die Soldaten unter Beschuss von umliegenden Dächern geraten, hieß es. Die Truppen hätten zurückgeschossen. Palästinenser hätten unter anderem Steinblöcke von Gebäuden auf die Truppen geworfen. Soldaten hätten gesehen, wie ein Verdächtiger versucht habe, einen Gegenstand auf einen Soldaten unterhalb von ihm zu werfen, hieß es weiter. Ein Soldat habe daraufhin geschossen, ein Treffer sei registriert worden. Auf israelischer Seite habe es keine Verletzten gegeben, teilte die Armee mit. (apa, afp, dpa)