In Litauen sind rund 100 Afghanen eingetroffen, die die Streitkräfte des baltischen EU- und NATO-Landes am Hindukusch unterstützt hatten. Die afghanischen Ortskräfte und ihre Angehörigen seien in der Nacht und gegen Mittag in zwei Flugzeugen in der Hauptstadt Vilnius eingetroffen, teilte Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas am Mittwoch auf Facebook mit. Eine weitere Maschine mit rund 50 Menschen werde noch an demselben Tag erwartet.

Die ersten Familien sind nach litauischen Medienberichten bereits in einem Auffanglager in der Stadt Raseiniai untergebracht worden. Nach Angaben von Anusauskas soll die vom litauischen Militär gesicherte Evakuierung aus Afghanistan am Donnerstag abgeschlossen werden. Demnach sollen die zehn Soldaten und ein dazu eingesetzter litauischer Diplomat zusammen mit der letzten Gruppe von Afghanen aus Kabul ausgeflogen werden.

Die Regierung in Vilnius beschloss am Mittwoch bis zu 200 Afghanen nach Litauen zu bringen. Deren Umsiedlung und Unterbringung werde nach vorläufigen Angaben rund 600.000 Euro kosten. Insgesamt arbeiten 115 Dolmetscher mit den litauischen Streitkräften in Afghanistan. Für sie besteht nach Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban nach Einschätzung des Westens große Gefahr für Leib und Leben. (apa)