Die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) habe ihr dringendstes Problem mit dem Iran gelöst. Sie habe eine Einigung über die überfällige Wartung von Überwachungsgeräten in Atomanlagen erzielt und damit Raum für breitere diplomatische Bemühungen geschaffen, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Sonntagsabend in Wien.


Nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Teheran, bei der die Einigung bekannt gegeben wurde, sagte Grossi gegenüber Reportern am Flughafen Wien, die Einigung solle "Raum für Diplomatie geben ... damit breitere Lösungen gefunden werden können".


Grossi schränkte jedoch ein, Teheran und die IAEA hätten noch keine dauerhafte Lösung zur Überwachung der iranischen Nuklearanlagen erreicht. Inspektoren der Atomenergiebehörde würden auch weiterhin keinen Zugang zu den Daten haben, die von den Geräten gespeichert werden. "Das kann keine dauerhafte Lösung sein", sagte Grossi

Der Iran kam kurz zuvor der IAEA im festgefahrenen Atomstreit entgegen. Überwachungskameras in iranischen Atomanlagen dürften gewartet werden, berichteten iranische Medien am Sonntag. "Wir haben uns über den Austausch der Speicherkarten aus den Kameras der Behörde geeinigt", wird der Chef von Irans Atombehörde, Mohammad Eslami, von der halbamtlichen Agentur ILNA zitiert.

Eslami hatte sich zuvor zu Gesprächen mit Grossi in Teheran getroffen. Diese seien konstruktiv verlaufen. Grossi werde schon bald wieder zu Gesprächen in Teheran erwartet, hieß es. In der Aussendung der IAEA hieß es: "IAEA-Inspektoren wird es gestattet sein, die festgelegte Ausrüstung zu warten und deren Speichermedien zu ersetzen." Die Speichermedien würden dann unter gemeinsamer Ägide der IAEA und der iranischen Atombehörde im Iran verwahrt. Auch die konkreten Modalitäten sowie ein Zeitplan sei zwischen beiden Seiten akkordiert worden.

"Wir haben uns über den Austausch der Speicherkarten aus den Kameras der Behörde geeinigt", sagt der Chef von Irans Atombehörde, Mohammad Eslami. 
- © APA / afp, Iranian Presidency

"Wir haben uns über den Austausch der Speicherkarten aus den Kameras der Behörde geeinigt", sagt der Chef von Irans Atombehörde, Mohammad Eslami.

- © APA / afp, Iranian Presidency

Seit April wird versucht, das Wiener Atom-Abkommen von 2015 wiederzubeleben, das den Iran vom Bau von Kernwaffen abhalten soll. Die USA waren unter Ex-Präsident Donald Trump einseitig ausgestiegen und hatten Sanktionen gegen den Iran verhängt. Dieser begann daraufhin, gegen die Auflagen der Vereinbarung zu verstoßen. Die im April gestarteten Wiener Verhandlungen über einen Neustart des Nuklearabkommens waren nach der Wahl des Hardliners Ebrahim Raisi zum iranischen Präsidenten zum Stillstand gekommen. US-Außenminister Antony Blinken hatte zuletzt gewarnt, die Zeit für eine Wiederbelebung des Abkommens werde knapp. (apa)