Die USA und Australien bemühen sich um die Beschwichtigung der über ein geplatztes Milliarden-Rüstungsgeschäft verärgerten französischen Regierung. "Frankreich ist ein wichtiger Partner und unser ältester Verbündeter und wir legen größten Wert auf unsere Beziehungen", betonte das US-Außenministerium nachdem Frankreich seine Botschafter in den USA und Australien zu Konsultationen zurückgerufen hatte.

Man hoffe, die Diskussion über das Thema in den kommenden Tagen fortsetzen zu können, betonte das Außenministerium in Washington

Der französische Botschafter in Australien, Jean-Pierre Thebault, zeigte sich am Samstag vor seiner Abreise schwer verstimmt: "Ich glaube, hier ist ein großer Fehler gemacht worden, ein sehr, sehr schlechter Umgang mit einer Partnerschaft", sagte er vor Journalisten. "Es ging nicht um einen Vertrag, es ging um eine Partnerschaft, die auf Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und Offenheit fußen sollte."

Ein Sprecher des australischen Außenministeriums bedauerte ebenfalls den Abzug des Botschafters: "Australien schätzt seine Beziehungen zu Frankreich. Wir freuen uns darauf, mit Frankreich wieder über unsere vielen gemeinsamen Themen und Interessen zu sprechen, die auf der Grundlage gemeinsamer Werte basieren."

Indopazifik-Pakt

Unterdessen zeigte sich Malaysia besorgt über den Rüstungsvertrag, nach dem Australien statt konventioneller U-Boote von Frankreich nun acht atomar angetriebene U-Boote bauen wird. "Das wird andere Mächte dazu provozieren, aggressiver in der Region vorzugehen, insbesondere im Südchinesischen Meer", teilte das Ministerpräsidenten-Büro mit in bezug auf China mit. China versucht seinen Einfluss in der Region auch mit der Schaffung von Militärstützpunkten auszuweiten. Die USA versuchen ihrerseits den Einfluss Chinas zu bremsen und die eigene Position zu stärken.

Am Donnerstag hatten Australien, Großbritannien und die USA einen Indopazifik-Sicherheitspakt bekanntgegeben. Er sieht unter anderem vor, dass Australien mit Technologie der beiden Partner nuklear betriebene U-Boote baut. Damit wurde die 2016 mit dem französischen Reedereikonzern Naval Group vereinbarte Lieferung von konventionellen U-Booten im Volumen von 40 Milliarden Dollar (33,96 Mrd. Euro) hinfällig.