Im krisengeschüttelten Inselstaat Haiti sind die für die kommenden Monate geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sowie ein Verfassungsreferendum auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Regierungschef Ariel Henry veröffentlichte am Montag (Ortszeit) auch ein Dekret, wonach die Mitglieder der Wahlkommission (CEP) abgesetzt wurden.

Die Parlamentswahlen hätten eigentlich schon 2019 stattfinden sollen, waren aber wiederholt verschoben worden. Die erste Runde der Wahlen sollte am 7. November stattfinden, die zweite Runde der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ebenso wie Kommunalwahlen war für den 23. Jänner vorgesehen.

Die neun Mitglieder der Wahlkommission waren von der Opposition und der Öffentlichkeit heftig kritisiert worden. Henry will die Kommission neu besetzen, nannte dafür aber keinen Zeitplan.

Armut, Erdbeben und Attentat

Der verarmte Karibikstaat Haiti befindet sich bereits seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Anfang Juli wurde Präsident Jovenel Moïse von einem Mordkommando in seinem Haus getötet. Das Attentat hatte das ohnehin von Instabilität, großer Armut und Gewalt geprägte Haiti in eine noch tiefere Krise gestürzt. Im August vergrößerte ein verheerendes Erdbeben die Not im Land noch. (apa/afp)