In Japan hat der ehemalige Außenminister Fumio Kishida die Wahl zum Vorsitzenden der Liberaldemokratischen Partei (LDP) gewonnen und wird damit höchstwahrscheinlich künftiger Regierungschef. Kishida setzte sich am Mittwoch im zweiten Wahlgang in einer Kampfabstimmung gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Taro Kono durch. Die LDP hat sich damit trotz der anstehenden Parlamentswahl für den in der Bevölkerung weniger populären Kandidaten entschieden. Zunächst aber wird fest damit gerechnet, dass Kishida dem scheidenden Regierungschef Yoshihide Suga nachfolgen wird. Suga tritt nach nur einem Jahr im Amt ab. Er war wegen seiner Corona-Politik in die Kritik geraten und hatte dramatisch an Popularität verloren.

In der Rede nach seiner Wahl zum Parteichef kündigte Kishida an, ein milliardenschweres Konjunkturpaket zusammenzustellen. Der nächste Regierungschef steht vor der Aufgabe, die durch die Coronavirus-Pandemie ins Taumeln geratene Wirtschaft wieder aufzubauen. Kishida muss zudem bis zum 28. November Neuwahlen ausrufen. Beobachter rechnen nicht damit, dass er einen grundlegenden Politikwechsel anstreben wird. Er gilt als konsensorientiert, was als gutes Zeichen für die Konsolidierung der zerstrittenen LDP gewertet wird. Kishida versprach, seine Partei werde den Menschen wieder zuhören. Bereits vor seiner Wahl hatte er erklärt, sich für eine Verringerung der Einkommensunterschiede in Japan einzusetzen. (reuters)