Die Armee von Myanmar hat im Kampf gegen den bewaffneten Aufstand gegen die Militärregierung wieder Kirchen angegriffen. Im Unionsstaat Chin habe die Armee in der Stadt Falam eine Kirche der Baptisten und vier Wohnhäuser angezündet, berichtete der asiatische Pressedienst "Ucanews" laut Kathpress am Donnerstag. Lokale Medien berichteten zudem über den Beschuss von vier Kirchen im Unionsstaat Kayah.

Seit dem Beginn der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste gegen den Militärputsch vom 1. Februar 2021 hat die Armee in den überwiegend christlichen Unionsstaaten Kayah und Chin immer wieder Kirchen beschossen, zerstört und entweiht.

Bewaffneter Widerstand im Westen

Chin im Westen Myanmars hat sich in den vergangenen Monaten zu einem Hauptschauplatz des bewaffneten Widerstands gegen die Junta entwickelt. Bewaffnete Milizen der Chin brachten der Armee in den vergangenen Wochen schwere Verluste bei. Nach Informationen der UN-Menschenrechtskommission in Genf bereitet die Armee in Chin sowie in Sagaing und Magwe eine Großoffensive gegen die Rebellenmilizen vor. Bereits jetzt würden unbewaffnete Zivilisten angegriffen, Wohnhäuser zerstört und willkürliche Massenverhaftungen durchgeführt, wobei immer wieder Menschen in Militärgewahrsam ums Leben kämen.

Mehr als 20.000 Menschen sind in Chin nach UN-Informationen bereits auf der Flucht vor den Kämpfen. Tausende seien in den benachbarten, überwiegend christlichen indischen Bundesstaat Mizoram geflohen. (apa)