Die neuen Machthaber in Afghanistan, die militant-islamistischen Taliban, nehmen an einer Konferenz über die politische Zukunft des Landes in Teheran nicht teil. Persönlich anwesend sind am Mittwoch die Außenminister der Nachbarstaaten Afghanistans: Iran, Pakistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Per Videokonferenz werden offiziellen Angaben zufolge auch die Chefdiplomaten Chinas und Russlands zugeschaltet.

Eigentlich sollte Irans Präsident Ebrahim Raisi die Konferenz eröffnen, doch aus Termingründen musste er absagen und wurde durch seinen Stellvertreter ersetzt. Vizepräsident Mohammed Mochber machte zu Beginn der Konferenz vorrangig die "illegitime Einmischung der USA in den letzten zwei Jahrzehnten" für die "derzeitige Misere Afghanistans" verantwortlich. Er betonte, zukünftig sollte in erster Linie jegliche ausländische Einmischung, insbesondere die der USA, in die inneren Angelegenheiten Afghanistans vermieden werden.

Auch Irans Außenminister Hossein Amirabdollahian appellierte für ein Ende der US-Interventionen in Afghanistan und für mehr Respekt für die Entscheidungen der neuen Regierung in Kabul. Es sollten jedoch "alle politischen Gruppierungen in der zukünftigen Regierung Afghanistans beteiligt sein", betonte Amirabdollahian. Von den Nachbarstaaten forderte er eine konstruktive Zusammenarbeit, um nicht nur Stabilität und Frieden in Afghanistan sondern auch an ihren eigenen Grenzen zu ermöglichen. (apa)