In den jahrzehntelangen internationalen Verhandlungen zum Thema Klimaschutz hat sich eine Fachsprache entwickelt, die nicht Eingeweihten oft nur schwer verständlich ist. Auch vor der COP26 in Glasgow war wieder von zu niedrigen NDCs der Staaten die Rede, und man befürchtete eine Schwächung des "Rulebooks", wenn dort die CDM-Regelung Doppelzählungen bei der CO2-Einsparung zulassen würde. Im Folgenden eine Erklärung der wichtigsten Begriffe.

"Rulebook": Das "Regelbuch" regelt, wie das Pariser Abkommen umzusetzen ist, in dem die internationale Gemeinschaft 2015 eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vereinbart hat. Das Regelbuch soll unter anderem festlegen, wie die nationalen Klimaschutzzusagen transparent gestaltet und überprüft werden können. Außerdem soll es einen sogenannten Ambitionsmechanismus festschreiben, wonach die Vertragsstaaten ihr Klimaschutz-Engagement stetig erhöhen müssen. Auf der COP26 wartet des "Rulebook" weiter auf seine Fertigstellung, denn weder beim Zeitrahmen der NDC-Überprüfung noch bei der umstrittenen Frage des CO2-Zertifikate-Handels gab es bisher Einigung.

CDM: Der Clean Development Mechanism (CDM) stammt aus dem Kyoto-Protokoll, dem Vorgänger des Pariser Klimaabkommens, und war schon damals Anlass zur Kritik. Denn hinter diesem Mechanismus für saubere Entwicklung verbirgt sich die Möglichkeit etwa für Konzerne oder Staaten, Projekte in ärmeren Staaten zu finanzieren und auf die eigene Klima-Bilanz anrechnen zu lassen und die Verpflichtungen mit dem Handel von Emissionsrechten zur erfüllen. Eine wirkliche Reduktion der Treibhausgas-Emission kommt dabei oft nicht heraus.

Der noch nicht ausverhandelte Artikel 6 des "Rulebook" zum Pariser Klimavertrag hat ähnliche Kooperationsmechanismen zum Inhalt, NGOs und Politik befürchten daher, dass es erneut zu Regelungen kommen könnte, die jenen des Kyoto-Protokolls ähneln. Bereits auf der COP25 war Brasilien bemüht eine solche Auslegung zu erwirken, daher steht Artikel 6 2021 erneut zur Debatte. In NGO-Kreisen wird in Anlehnung an kriminelle Machenschaften statt CDM auch der Ausdruck Carbon Trafficking verwendet.

COP: Die Abkürzung der UN-Klimakonferenzen steht für Conference of the Parties, also auf Deutsch: Vertragsstaatenkonferenz. Die COP1 fand in 1995 in Berlin statt, am 31. Oktober startet nun die aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschobene COP26 in Glasgow.

GCF und AF: Zur Klimapolitik gehört auch ein Geflecht aus finanzieller Unterstützung insbesondere für die Entwicklungsländer. GCF steht für den Green Climate Fund. Mit seinen Geldern werden Projekte für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen unterstützt. Darüber hinaus gibt es den Anpassungsfonds (AF), der in den Entwicklungsländern Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels wie einen besseren Küstenschutz wegen der steigenden Meeresspiegel finanziert.

"Loss and Damage": Dieses Schlagwort verweist darauf, dass durch die Erderwärmung schon jetzt hohe Verluste und Schäden entstehen. So werden Gebiete durch Überschwemmung oder anhaltende Dürre dauerhaft unbewohnbar. Insbesondere den Entwicklungsländern und den kleinen Inselstaaten ist es bei den UN-Verhandlungen wichtig, darüber zu verhandeln, wie die Industrieländer als Hauptverursacher der Erderwärmung sich an diesen Kosten beteiligen.

NDCs: Kern des Pariser Klimaabkommens sind die Nationally Determined Contributions, kurz NDCs, also national festgelegte Beiträge zum Klimaschutz. Das bedeutet, dass alle Vertragsstaaten sowie Staatengemeinschaften wie die EU ihre Beiträge zur Umsetzung des Pariser Abkommens wie etwa die Verringerung von Treibhausgas-Emissionen und die Vergrößerung ihrer Waldflächen selbst festlegen. Laut UNEP reichen die vor der COP26 aktualisierten NDCs nur für eine CO2-Reduktion von 7,5 Prozent bis 2030 aus - selbst für das Zwei-Grad-Ziel wären jedoch 30 Prozent notwendig.