Nordkorea hat offenbar erneut eine Rakete getestet. Das mutmaßlich ballistische Geschoss sei von der Ostküste abgefeuert worden und im Meer niedergegangen, teilte Südkorea am Mittwoch mit. Der japanischen Regierung zufolge flog es rund 500 Kilometer weit und stürzte dann vor der Wirtschaftszone Japans ins Meer. Es wäre der erste Raketentest des abgeschotteten Staates seit Oktober.

Machthaber Kim Jong Un hatte zum Jahreswechsel angekündigt, das Militär weiter auszubauen und dies mit einer instabilen internationalen Lage begründet. Mit dem Raketentest würde Nordkorea erneut gegen UN-Resolutionen verstoßen, zudem dürfte diese militärische Machtdemonstration die Spannungen in dem Konflikt weiter verschärfen. Die Gespräche über einen Friedensprozess zwischen den beiden koreanischen Staaten und die Verhandlungen mit den USA über eine atomare Abrüstung Nordkoreas liegen seit längerem auf Eis.

Der mutmaßliche Raketentest ereignete sich nur wenige Stunden vor der symbolträchtigen Grundsteinlegung für eine Eisenbahnstrecke in Südkorea. Südkoreas Präsident Moon Jae In hofft, dass diese Bahnstrecke einmal die geteilte koreanische Halbinsel verbinden wird. Moon äußerte die Sorge, dass der Raketentest die bilateralen Beziehungen weiter belasten könnte und fordert Nordkorea zu Gesprächsbereitschaft auf. "Wir sollten die Hoffnung auf einen Dialog nicht aufgeben, um diese Situation grundlegend zu überwinden", sagte er bei der Grundsteinlegung. "Wenn beide Koreas zusammenarbeiten und Vertrauen aufbauen, wird eines Tages Frieden herrschen". Auch die japanische Regierung zeigte sich besorgt und kündigte wie auch Südkorea Gespräche mit den USA an. Die wiederholten Raketentests Nordkoreas seien sehr bedauerlich, sagte Ministerpräsident Fumio Kishida. Die US-Regierung äußerte sich zunächst nicht. (reuters)