Frankreich hat empört auf die erneute Inhaftierung der französischen Wissenschafterin Fariba Adelkhah im Iran reagiert. Die 62-Jährige hatte im Oktober aus einem Gefängnis in den Hausarrest wechseln können, wo sie seither mit einer elektronischen Fußfessel überwacht wurde. Ohne Begründung und Vorankündigung nahmen die iranischen Behörden sie nun wieder in Haft, teilte das Außenministerium in Paris am Mittwochabend in Paris mit. Ein Sprecher forderte die sofortige Freilassung.

Die Anthropologin, die auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzt, war zusammen mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten Roland Marchal im Juni 2019 am Flughafen von Teheran festgenommen worden. Beide wurden wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und Verbreitung regimefeindlicher Propaganda verurteilt. Der 64-jährige Marchal kam im Zuge eines Gefangenenaustauschs zwischen Paris und Teheran im März frei. Adelkhah musste in Haft bleiben.

Forderung: Sofortige Freilassung

Der Sprecher des Außenministeriums bezeichnete das Vorgehen Teherans als "rein politisch und willkürlich". Die abermalige Inhaftierung könne sich "nur negativ" auf die Beziehungen auswirken. Eine Forderung von Präsident Emmanuel Macron, Adelkhah sofort freizulassen, war vom Außenministerium in Teheran schon früher zurückgewiesen geworden. Zugleich warf der Iran Frankreich Einmischungen in seine inneren Angelegenheiten vor. (apa, dpa)