Der Facebook-Investor und Tech-Milliardär Peter Thiel zieht sich aus dem Verwaltungsrat des Internetriesen zurück. Einem Insider zufolge will sich der Berater von Ex-US-Präsident Donald Trump auf die Politik konzentrieren. Thiel wolle bei den Kongresswahlen republikanische Kandidaten unterstützen und die Agenda Trumps voranbringen, sagte der Insider. Thiel hält, zugespitzt formuliert, die Demokratie für veraltet und plädiert für deren Ersetzung durch die Herrschaft genialer Unternehmer.

Thiel werde bis zur Hauptversammlung an Bord bleiben und stehe danach zur Wiederwahl nicht zur Verfügung, teilte der inzwischen Meta heißende Konzern mit. Facebook-Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg dankte ihm für seinen langjährigen Einsatz. Thiel war einer der ersten Investoren bei Facebook. Er hatte der Plattform 2004 eine halbe Million Dollar zur Verfügung gestellt und dafür zehn Prozent der Anteile und einen Sitz im Kontrollgremium bekommen. Inzwischen ist Meta an der Börse mehr als 600 Milliarden Dollar wert. Ob Thiel noch beteiligt ist, ist unklar.

Thiels politisches Engagement und seine Unterstützung für Trump hatten in den vergangenen Jahren für Unmut bei Investoren und in der Tech-Branche gesorgt. Zu Reichtum brachte er es durch die Mitgründung des Zahlungsdienstleisters PayPal. Thiel war schon 1998 mit ein paar hunderttausend Dollar eingestiegen. Als PayPal dann von eBay aufgekauft wurde, spülte dies kolportierte 55 Millionen US-Dollar in Thiels Taschen. Damit gründete er die Hedgefonds-Gesellschaften Clarium Capital Management und Global-Macro-Fonds, die sodann mit Milliarden an Kapital jonglierten.

Thiel beteiligte sich außerdem an der Vermietungsplattform Airbnb und dem von Elon Musk gegründeten Raumfahrtunternehmen SpaceX. Zudem ist er Großaktionär des Datenanalyseunternehmens Palantir, das für Geheimdienste arbeitet.

Arbeitgeber von Rudas und Kurz

In Österreich bekannt ist Palantir durch die Tätigkeit der früheren SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, die Verantwortliche für Strategie und internationales Wachstum ist. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit erregte Ende vergangenen Jahres die Nachricht, dass Ex-Kanzler Sebastian Kurz für Thiel tätig sein wird. (reu, red)