Im autokratisch regierten Turkmenistan findet im März eine vorgezogene Präsidentschaftswahl statt. Wie ein Sprecher der Wahlkommission der Nachrichtenagentur AFP am Samstag sagte, ordnete Präsident Gurbanguly Berdymuchamedow bei der Behörde die Vorbereitung einer Abstimmung am 12. März an. Der seit 2006 regierende Staatschef will sich zurückziehen. Es wird erwartet, dass ihm sein Sohn Serdar nachfolgt. Der 40-Jährige ist bisher Vize-Premier.

Berdymuchamedow hatte der staatlichen Nachrichtenagentur TDH zufolge in einer Rede vor dem Parlament am Freitag angekündigt, sich vom Präsidentenamt zurückziehen zu wollen. Er habe diese "schwierige Entscheidung" aufgrund seines Alters getroffen. Es sei an der Zeit für "junge Führungsfiguren" an der Spitze des Landes. In der Politik will Berdymuchamedow aber offenbar bleiben: Laut TDH strebt er den Vorsitz der oberen Parlamentskammer an.

Repressiv und autokratisch

Das turkmenische Staatssystem ist eines der repressivsten der Welt. Über die politischen Entscheidungsprozesse in der ehemaligen Sowjetrepublik in Zentralasien ist nur wenig bekannt. Sollte Serdar Berdymuchamedow tatsächlich die Amtsgeschäfte seines Vaters übernehmen, wäre dies der erste Fall einer Machtübertragung innerhalb derselben Familie im ehemals sowjetischen Zentralasien.

Der Präsidentensohn begann seine politische Karriere 2018 als Vize-Außenminister. Bevor er Vize-Regierungschef wurde, war er u.a. Gouverneur der Provinz Ahal und Industrieminister. Neben seinem Amt im Kabinett seines Vaters hat Serdar Berdymuchamedow auch einen Sitz im mächtigen Sicherheitsrat des Landes inne. Zusätzlich verantwortet er als oberster Rechnungsprüfer des Gas-reichen Landes die Kontrolle aller staatlichen Ausgaben.

Wahlen in Turkmenistan erfolgen traditionell weder frei noch fair. Seit Berdymuchamedows Amtsübernahme hat es nie einen ernst zu nehmenden Oppositionskandidaten gegeben. (apa /afp)