Inmitten wochenlanger Proteste gegen die Corona-Politik der kanadischen Regierung hat die Polizei Berichten zufolge zwei führende Organisatoren festgenommen. Ein Mann und eine Frau seien am Donnerstag (Ortszeit) in der Hauptstadt Ottawa von Beamten abgeführt worden, berichteten kanadische Medien übereinstimmend unter Berufung auf andere Protestanhänger und Videoaufnahmen.

Beiden werde Anstiftung zur Sachbeschädigung vorgeworfen, während der Mann unter anderem auch wegen Behinderung der Justiz angeklagt worden sei, sagte ein Anwalt dem Sender Global News. Von der Polizei gab es demnach zunächst keine Stellungnahme.

Aufforderung zum Verlassen des Stadtzentrums

Die Behörde hatte am Nachmittag nochmals die verbleibenden Protestierenden dazu aufgefordert, das Stadtzentrum Ottawas schnellstmöglich zu verlassen. "Maßnahmen stehen unmittelbar bevor", warnte Interimspolizeichef Steve Bell. Man habe in den vergangenen Tagen direkt mit den Demonstranten kommuniziert und sie vor den Konsequenzen gewarnt, wenn sie sich nicht an diese Regeln halten würden. Die Polizei errichtete demnach am Donnerstag einen Sicherheitsbereich mit rund 100 Kontrollpunkten in der Innenstadt.

Seit Wochen demonstrieren in Kanada Tausende gegen Corona-Beschränkungen und Impfvorschriften. Mit Lastwagen und anderen Fahrzeugen wurden unter anderem Grenzübergänge und Teile Ottawas blockiert. Auslöser der Proteste waren Impfvorschriften für Lastwagenfahrer. Am Montag hatte Premierminister Justin Trudeau angesichts der Proteste den nationalen Notstand verhängt.

Die Aktionen der Lkw-Fahrer hatten aus Protest gegen die Impfpflicht bei Grenzübertritten begonnen, die Mitte Jänner von Kanada und den USA eingeführt worden war. Inzwischen richten sich die Demonstrationen allgemein gegen die Corona-Regeln und die Regierung von Premier Trudeau. Die Proteste haben weltweit Nachahmer gefunden, unter anderem in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Israel, Neuseeland - und in Österreich.