Jerusalem. Als US-Präsident wollte Donald Trump mit dem Abraham-Abkommen die strategische Landkarte im Nahen Osten neu zeichnen, um über eine Beilegung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern ein Bündnis der jüdischen Demokratie mit den arabischen Autokraten zu schmieden. Das erste Ziel ist weiter außer Reichweite, doch am Montag trafen sich bei einem Gipfeltreffen in der Negev-Wüste Israel, die USA und vier arabische Staaten, um so ein Zeichen gegen den Iran zu setzen. Und das soll bloß ein Auftakt sein, um ein langfristiges Bündnis aufzubauen.

"Wir haben entschieden, den Negev-Gipfel zu einem dauerhaften Forum zu machen", sagte Israels Außenminister Jair Lapid im Beisein seiner Amtskollegen aus den USA, Ägypten, Bahrain, Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). In einer symbolischen Geste reichten sich die Minister über Kreuz die Hände. Israel hat die Sorge, die von den USA angestrebte Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran werde letztlich Teheran den Weg zum Bau von Nuklearwaffen ebnen. Es sieht sich durch den Erzfeind in seiner Existenz bedroht. Die Golfstaaten teilen diese Sorge. "Die gemeinsamen Fähigkeiten, die wir aufbauen, machen unseren gemeinsamen Feinden Angst und schrecken sie ab - vor allem den Iran und seine Verbündeten", erklärte Lapid.

Kein Friede mit Palästinensern

Für Israel bedeutet der Gipfel in herzlicher Atmosphäre die Art von Akzeptanz in der Region, von der es immer geträumt hat. Weiters ungelöst ist dagegen der Konflikt mit den Palästinensern. Binnen weniger Tage kam es zu zwei tödlichen Anschlägen.