Peking/Brüssel. China und die Europäische Union kommen am Freitag zu einem virtuellen Gipfeltreffen zusammen, wie das Außenministerium in Peking mitteilt. An dem Treffen nehmen von chinesischer Seite demnach Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang teil. Vonseiten der EU werden Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident Charles Michel und Außenbeauftragter Josep Borrell bei der Videokonferenz dabei sein.

Nach Angaben des EU-Rates wird der Ukraine-Krieg im Zentrum der Gespräche stehen sowie "die dramatische humanitäre Lage, die durch Russlands Aggression hervorgerufen wurde". China gibt Russland im Ukraine-Konflikt politisch Rückendeckung und weigert sich, die Invasion zu verurteilen.

Auf der anderen Seite hat Xi Jinping den Angriff auf die Ukraine in der ersten Märzhälfte erstmals als "Krieg" bezeichnet. Ein Begriff, dessen Verwendung in Russland selbst verboten ist. Auch zeigt China sich "zutiefst bekümmert über den Ausbruch eines weiteren Krieges auf dem europäischen Kontinent", wie Peking mitteilte. Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland werden von China klar kritisiert.

Zuletzt rückten Moskau und Peking näher zusammen. Erstmals seit Beginn der Invasion traf der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in China persönlich mit seinem Amtskollegen Wang Yi zusammen, der ihn als "alten Freund" willkommen hieß. Beide Seiten hoben die Qualität der Beziehungen und den Wunsch nach einem Ausbau der Kooperation hervor.