Während am Mittwoch UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bilaterale Treffen mit Österreichs Staatsspitzen absolvierte, findet am Donnerstag und Freitag der eigentliche Grund für seinen Besuch in Wien statt. Dann tagt nämlich das Chief Executives Board for Coordination (CEB), das höchste Koordinations- und Strategiegremium der Vereinten Nationen, dessen Frühjahrssitzung über die Bühne geht. Solche Treffen finden zweimal im Jahr statt, rotierend an einem der drei Sitze der Weltorganisation - New York, Genf und eben jetzt Wien.

Das CEB ist eines der wichtigsten Gremien und fristet trotzdem ein von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtetes Dasein. Insgesamt sind 31 Organisationen hier vertreten, den Vorsitz führt der jeweilige UNO-Generalsekretär. Zu den Mitgliedern zählen bekanntere Teilorganisationen wie Weltbank, FAO (Landwirtschaft und Ernährung), Unicef (Kinderhilfe), Unesco (Bildung, Wissenschaft, Welterbe), Unido (industrielle Entwicklung), ILO (Arbeit). IAEA (Atomenergie) oder IOM (Migration) und UNHCR (Flüchtlingshilfe), aber auch zahlreiche weniger bekannte Institutionen wie die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), UNEP (Umweltprogramme) oder UNFPA (Bevölkerungsfonds).

Die Koordination und strategische Abstimmung in dieser globalen Breite ist angesichts des dreifachen Schocks, den die internationale Gemeinschaft derzeit durchlebt, von nicht zu überschätzender Bedeutung. Zur Klimakrise und der nach wie vor nicht überwundenen Coronavirus-Pandemie gesellt sich nun ebenfalls der Krieg Russlands gegen die Ukraine, der wiederum massive Folgen für die Energie- und Ernährungssicherheit nicht zuletzt vieler der am wenigsten entwickelten Länder rund um den Globus hat.