Auch sieben Jahrzehnte nach ihrem Tod löst Evita Perón (1919-1952) in Argentinien immer noch starke Emotionen aus. So zogen jetzt wieder Tausende Argentinier mit Fotos der früheren First Lady sowie Kerzen und Fackeln in einem Marsch für "Evita" durch Buenos Aires, wie die argentinische Nachrichtenagentur "Telam" am Dienstagabend (Ortszeit) berichtete.

Vor dem Ministerium für soziale Entwicklung in der Hauptstadt, vor dem ein riesiges Konterfei der legendären Politikerin prangt, sangen sie die Nationalhymne. Viele standen am von zahlreichen Gedenkveranstaltungen geprägten 70. Todestag auch Schlange, um am Grab von Maria Eva Duarte de Peron auf dem Friedhof im Viertel Recoleta Blumen und Kränze niederzulegen.

Die "Primera Dama" ist bis heute ist eine der schillerndsten Figuren der Geschichte Argentiniens. "Evita" heiratete 1945 Juan Perón, der ein Jahr später zum Präsidenten gewählt wurde und die politische Bewegung "Peronismus" schuf, die in dem südamerikanischen Land immer noch präsent ist. Sie stritt für das Wahlrecht der Frauen und kämpfte vor allem für die Arbeiter.

Die einen bewundern sie in einer aktuellen schweren Wirtschafts-und Regierungskrise mehr denn je als Heldin der Armen, andere kritisieren sie als "Populistin", die das Land auf Irrwege geführt habe. Ihr Leben lieferte den Stoff für das Musical "Evita" von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, das mit Madonna verfilmt wurde. Evita Perón starb mit 33 Jahren an Krebs. (dpa)