US-Außenminister Antony Blinken kontert Russlands diplomatische Offensive in Afrika und reist im August nach Ruanda, Südafrika und in die Demokratische Republik Kongo. Wie das US-Außenministerium am Freitag mitteilte, will Blinken die Botschaft vermitteln, dass "afrikanische Länder geostrategische Akteure und entscheidende Partner in den dringendsten Fragen unserer Zeit sind". Das gelte etwa für den Kampf gegen den Klimawandel, Ernährungsunsicherheit und Pandemien.

In diesen Tagen absolvierte der russische Außenminister Sergej Lawrow eine Afrika-Reise, auf der er die westlichen Sanktionen gegen sein Land für die weltweit steigenden Lebensmittelpreise verantwortlich gemacht hat. Washington hielt den Vorwürfen Russlands Blockade der ukrainischen Häfen entgegen.

Südafrika mit zentraler Rolle


Vor allem Südafrika mit seiner Führungsposition unter den Schwellenländern ist zu einem diplomatisch heftig umworbenen Staat geworden. Hinsichtlich des russischen Angriffskrieges blieb das Land auf Neutralität bedacht und weigerte sich, westlichen Aufrufen zur Verurteilung Moskaus beizupflichten.

Vom 7. bis 9. August wird Blinken nach Johannesburg und in die südafrikanische Hauptstadt Pretoria fahren. Danach reist er nach Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Der US-Außenminister wird seine Reise in Ruanda abschließen.

Erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar haben die Außenminister der USA und Russlands am Freitag auch direkt miteinander gesprochen. "Wir hatten ein offenes und direktes Gespräch", erklärte Blinken in Washington. Er habe dem russischen Außenminister Sergej Lawrow gesagt, dass die Welt "niemals" eine Annexion ukrainischer Gebiete akzeptieren werde. (apa)