Das US-Repräsentantenhaus hat am Freitag ein Gesetz zum Verbot von Sturmgewehren verabschiedet und an den Senat weitergeleitet. "Die Waffen sind für einen Teenager leichter zu bekommen als ein Bier", sagte der demokratische Abgeordnete Lloyd Doggett während der Debatte. Die Demokraten setzten das Gesetzesvorhaben mit einer mehrheitlich parteigebundenen Abstimmung von 217 zu 213 Stimmen durch. "Wir haben unsere Kirchen, unsere Schulen, unsere Einkaufszentren, unsere Vergnügungsstätten, fast jeden Ort in ein Schlachtfeld mit einem Massaker nach dem anderen verwandelt", fügte Doggett hinzu.

Der republikanische Abgeordnete Guy Reschenthaler warf den Demokraten einen "nicht enden wollenden Angriff auf das Recht der Amerikaner auf das Second Amendment" vor. Da die Demokraten im Senat keine ausreichende Mehrheit haben, um den Text zur Abstimmung zu bringen, wird er dort voraussichtlich an den Republikanern scheitern. Diese blockieren immer wieder strengere Waffengesetze in den USA. Die Waffenlobby im Land ist enorm mächtig.

Sturmgewehre waren von 1994 bis 2004 in den USA verboten. Dann lief das Verbot aus - es kam keine Mehrheit für eine Verlängerung zustande. Die USA haben seit langem mit einem schier gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Schusswaffen sind in dem Land oft leicht erhältlich. Bei den brutalen Angriffen kommen immer wieder Sturmgewehre zum Einsatz.

Zuletzt hatte ein Massaker bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag in einem Vorort von Chicago mit mehreren Toten für Entsetzen gesorgt. Ende Mai tötete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas 19 Kinder und 2 Lehrerinnen. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo aus rassistischen Motiven zehn Menschen erschossen.

Im vergangenen Monat beschloss der Kongress unter dem Eindruck der Bluttaten parteiübergreifend ein Gesetz gegen Schusswaffengewalt, das aber weit hinter den Reformvorschlägen von US-Präsident Joe Biden zurückblieb. Die Demokraten im Repräsentantenhaus haben jüngst immer wieder versucht, die Republikaner vor sich herzutreiben und mit ihrer Mehrheit Gesetzesentwürfe zum Schutz der gleichgeschlechtlichen Ehe oder des Rechts auf Abtreibung verabschiedet. Diese werden aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht den Senat passieren. (reuters/dpa/apa)