Israel hat nach Drohungen der militanten Palästinenser-Organisation Islamischer Jihad (PIJ) Ziele im Gazastreifen angegriffen. "Aufgrund einer direkten Bedrohung durch den palästinensischen Islamischen Jihad im Gazastreifen führt das Militär derzeit Angriffe im Gazastreifen durch", teilte Israels Armee am Freitag mit. Laut dem Gesundheitsministerium in Gaza wurden dabei zehn Menschen, darunter ein fünfjähriges Kind, getötet und 55 weitere verletzt.

Kommandant getötet

Bei dem Getöteten handelt es sich laut einem PIJ-Vertreter um einen hochrangigen Kommandanten der Organisation. Am Montag war bei einem israelischen Anti-Terror-Einsatz der PIJ-Anführer Bassam al-Saadi im Westjordanland festgenommen worden. Der militärische Arm des Islamischen Jihad, die Al-Quds-Brigaden, drohte daraufhin mit Angriffen.

Mit dem Iran verbunden

Der Islamische Jihad ist eng mit Israels Erzfeind Iran verbunden und schießt aus dem Gazastreifen regelmäßig Raketen auf Israel ab. Das israelische Militär sperrte über mehrere Tage hinweg Gebiete am Rande des Küstenstreifens ab und erhöhte die Alarmbereitschaft. Israelischen Medienberichten zufolge soll es konkrete Hinweise für einen Angriff aus Gaza gegeben haben.

Rundum blockiert

Im Gazastreifen, der kleiner als Wien ist, leben rund zwei Millionen Einwohner unter sehr schlechten Bedingungen. Die auch von der EU als Terrororganisation eingestufte Palästinenser-Organisation Hamas hatte 2007 gewaltsam die Macht an sich gerissen. Israel verschärfte daraufhin eine Blockade des Gebiets, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Staaten begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen. (apa)