In Kolumbien haben tausende Menschen gegen die Reformpläne des neuen linken Präsidenten Gustavo Petro protestiert. In der Hauptstadt Bogotá zogen die Demonstranten am Montag mit Trillerpfeifen durch die Altstadt zum Präsidentenpalast, wo sie "Petro raus" riefen. "Kolumbien geht unter. Das dürfen wir nicht zulassen", sagte die 55-jährige Geschäftsfrau Marta Segura, die wegen einer geplanten Steuerreform nach eigenen Angaben zwei ihrer sieben Mitarbeiter entlassen musste.

Es waren die ersten Proteste gegen Petro seit seinem Amtsantritt im August. Demonstrationen gab es auch in anderen Städten wie Medellín oder Bucaramanga. In Cali hielten hunderte weiß gekleidete Demonstranten Plakate mit der Aufschriften wie "Respekt für Privateigentum" oder "Petro fördert eher Kriminalität als Produktion" hoch.

Petro hatte im Juni die Stichwahl um das kolumbianische Präsidentenamt gegen den Millionär Rodolfo Hernández gewonnen und trat im August die Nachfolge des unbeliebten Konservativen Iván Duque an. Petros Reformpläne umfassen unter anderem höhere Steuern für Vermögende, ein Notprogramm gegen den Hunger sowie die Abkehr von Öl und Gas und die Förderung erneuerbarer Energien. Unterstützt wird er von einer linksgerichteten Mehrheit im Parlament. (apa/afp)