Nordkorea steht bei den völkerrechtswidrigen und international kritisierten Annexionen ukrainischer Gebiete durch Russland auf der Seite Moskaus. Die zuvor abgehaltenen Scheinreferenden in den vier Gebieten Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja seien "im Einklang mit der UNO-Charta" abgehalten worden, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Dienstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Jo Cheol-su, Generaldirektor für internationale Organisationen im nordkoreanischen Außenministerium, sagte zudem, dass man die Haltung der russischen Regierung bei der Annexion der Gebiete unterstütze.

Im Juli erkannte Nordkorea als weltweit drittes Land nach Russland und Syrien die Unabhängigkeit der prorussischen Separatistenrepubliken Donezk und Luhansk in der Ukraine an.

Erneuter Raketentest

Nordkorea hat am Dienstag auch erneut eine Rakete getestet. Beim Test hat eine ballistische Rakete erstmals seit fünf Jahren zunächst Japan überflogen, bevor sie in den Pazifischen Ozean stürzte. Sie sei 4.600 Kilometer weit geflogen und habe eine maximale Höhe von 1.000 Kilometern erreicht. Es gebe bisher keine Berichte über Schäden an Flugzeugen oder Schiffen.

"Die Serie von Aktionen Nordkoreas einschließlich der wiederholten Starts ballistischer Raketen bedroht den Frieden und die Sicherheit Japans, der Region und der internationalen Gemeinschaft und stellt eine ernsthafte Herausforderung für die gesamte internationale Gemeinschaft einschließlich Japans dar", sagte Regierungssprecher, Hirokazu Matsuno, in einer kurzen Pressekonferenz am Dienstag. Auf die Frage, ob Japan Sanktionen gegen Nordkorea verhängen werde, meinte er, dass man angemessene Schritte mit Verbündeten abspreche.

Die japanische Regierung hatte die Bürger zuvor aufgefordert, Schutz zu suchen. Der Zugverkehr in den nördlichen Regionen Japans wurde ausgesetzt. Die Flugroute über Japan sei "unglücklich", sagte der oberste US-Diplomat für Ostasien, Daniel Kritenbrink, während einer Online-Veranstaltung des Instituts für koreanisch-amerikanische Studien. "Wir sind offen für Diplomatie mit Nordkorea, aber es gehören immer zwei dazu", sagte er. "Wir werden die Tür offenlassen, aber wir werden entschlossen auf diese wachsende Bedrohung reagieren."

Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida bezeichnete das Vorgehen Nordkoreas als "barbarisch" und kündigte eine genaue Untersuchung des Vorfalls an. Nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs handelte es sich offenbar um eine ballistische Mittelstreckenrakete (IRBM), die von der nordkoreanischen Provinz Jagang aus gestartet wurde. In der Provinz hat Nordkorea in jüngster Zeit mehrere Starts durchgeführt, darunter eigenen Angaben zufolge auch von Hyperschallraketen. (apa/dpa/reuters)