Die Zahl der Todesopfer bei dem Großbrand in dem berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis ist nach Angaben der iranischen Behörden auf acht gestiegen. Vier weitere Häftlinge seien ums Leben gekommen, teilte die Justiz am Montag mit. Bisher war offiziell von vier Toten die Rede gewesen. Alle Opfer seien aus dem Trakt der Anstalt, in der Häftlinge wegen Raubdelikten einsitzen müssten.

Nach Angaben der Behörden war am Samstag in einer Werkstatt nach einem Kampf unter mehreren Insassen ein Feuer gelegt worden. Das Evin-Gefängnis ist wegen der dort inhaftierten politischen Gefangenen und Kritik von Menschenrechtsgruppen wegen Folter und Misshandlungen international bekannt. Auch mehrere Ausländerinnen und Ausländer sowie Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft - darunter auch zwei Österreicher - sind dort inhaftiert.

Laut Justiz wurde "nach einem Streit zwischen Häftlingen" in einem Werkraum des Gefängnisses Evin Feuer gelegt. 
- © AFP

Laut Justiz wurde "nach einem Streit zwischen Häftlingen" in einem Werkraum des Gefängnisses Evin Feuer gelegt.

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Österreicher unbeschadet

Das Außenministerium teilte am Montag auf APA-Anfrage mit, es stehe seit Samstagabend ständig in Kontakt mit den iranischen Behörden, europäischen Partnern vor Ort und mit den Familien der beiden österreich-iranischen Doppelstaatsbürger in Österreich. "Wir sind erleichtert, dass Herr Massud Mossaheb und Herr Kamran Ghaderi den Brand im Evin-Gefängnis soweit unbeschadet überstanden haben", hieß es. Die Führung des Iran trage volle Verantwortung für die Gefangenen im Evin-Gefängnis. Das Außenministerium wolle sich weiterhin mit aller Kraft für die Freilassung der beiden Österreicher aus humanitären Gründen einsetzen, wurde betont.

Das Umfeld von Mossaheb berichtet am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter, der 76-Jährige leide an den Folgen des Einsatzes von Tränengas und habe eine Rauchvergiftung erlitten. Der seit mehr als drei Jahren inhaftierte Generalsekretär der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft leidet seit längerem unter gesundheitlichen Problemen. Ende August hatte er aus medizinischen Gründen vorübergehend Hafturlaub erhalten, befindet sich aber mittlerweile wieder in Evin. Seit 2016 sitzt dort auch der Wiener IT-Experte Ghaderi.

Die iranische Führung sieht sich seit Mitte September mit einer landesweiten Protestwelle konfrontiert. Ausgelöst wurde diese durch den Tod der 22-jährigen Kurdin Mahsa Amini. Sie war am 13. September in Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie gegen die Regeln zum Tragen eines Kopftuchs verstoßen haben soll. Drei Tage später starb sie. (apa, reuters, afp)