Bei einem Anschlag in der iranischen Stadt Shiraz sind Medien zufolge mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. In Schiras hätten drei Angreifer aus einem Auto heraus das Feuer auf Pilger und Beschäftigte des Schreins von Schah Tscheragh, einem Bruder des achten Imams Reza, eröffnet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Zwei von ihnen habe die Polizei verhaftet, nach dem Dritten werde gefahndet. IRNA machte sunnitische Extremisten für den Anschlag verantwortlich.

Die Mehrheit der Muslime im Iran gehört dem schiitischen Glauben an. Der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge sind Frauen und Kinder unter den Todesopfern. Zudem soll es zehn Verletzte gegeben haben.

Außerdem berichtete ein Augenzeuge am Mittwoch, am Grab von Mahsa Amini in Sakes hätten Sicherheitskräfte auf Trauernde geschossen. Der Tod der 22-Jährigen in Polizeigewahrsam hat die seit Wochen anhaltende Protestwelle gegen die Regierung in Teheran ausgelöst. Die Menschen hatten sich am Grab von Amini versammelt, um der 22-Jährigen zu gedenken. Die halbstaatliche Nachrichtenagentur INSA meldete, rund 10.000 Personen hätten sich am letzten Tag der Trauerperiode beteiligt. Im Iran wird traditionell 40 Tage um ein Familienmitglied getrauert.

Videos in sozialen Medien zeigten Tausende Menschen in Sakes, die trotz eines Großeinsatzes der Polizei zum Friedhof gingen. Am Stadtrand sei es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen, berichtete INSA. Das Internet, wichtigstes Kommunikationsmedium von Regierungskritikern, sei in Sakes aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden. Weiteren Augenzeugen zufolge hätten die Trauernden an Aminis Grab unter anderem "Frau. Leben. Freiheit" skandiert, den Schlachtruf der Protestbewegung.

Unterdessen verhängten die USA neue Sanktionen gegen die iranische Führung. Wie das US-Finanzministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, richten sich die neuen US-Sanktionen unter anderem gegen den Befehlshaber der iranischen Revolutionsgarden und seinen Stellvertreter, gegen hochrangige Beamte wie den Direktor des berüchtigten Ewin-Gefängnisses in der Hauptstadt Teheran sowie gegen Mitglieder des Geheimdienstes.

Die USA werfen ihnen vor, Organisationen zu beaufsichtigen, die an der gewaltsame Niederschlagung der Proteste sowie an Tötungen, auch von Kindern, beteiligt sind. Als Folge der Sanktionen werden etwaige Vermögenswerte in den USA der Betroffenen eingefroren. Geschäfte mit ihnen werden für US-Bürger untersagt.