Moskau. Russlands Präsident Wladimir Putin hat wieder einmal eine Tirade gegen den Westen losgelassen: "Der Westen spielt ein gefährliches und blutiges Spiel", sagte Putin bei einer Rede auf einem Moskauer Diskussionsforum am Donnerstag. Und wieder einmal zog er einen Bogen, der von der Geschichte bis zu den Problemen der Gegenwart reichte und an allen Übeln dieser Welt dem Westen die Schuld gab.

Dieser sei vom Kolonialismus geblendet und versuche, die Entwicklung anderer Zivilisationen zu unterdrücken. Außerdem würde er farbige Revolutionen wie in der Ukraine 2014 provozieren, womit Putin erneut seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine rechtfertigte. Auch wiederholte er indirekt seine nukleare Drohung: Die Bedrohung durch Atomwaffen sei vorhanden, solange diese existieren.

"Konfrontiert mit der Rivalität aus Asien hält sich der Westen an keinerlei Regeln", meinte Putin zudem. Damit wandte er sich an eine weitere Zuhörerschaft, die er im Blick hatte: Indien, China und andere asiatische Länder. Putin ist darum bemüht, einen antiwestlichen Block zu bilden. Doch so weit wie der eskalierende russische Präsident will niemand gehen. Putin betonte aber auch, dass in Zukunft ein Dialog zwischen Russland, dem Westen und anderen Zentren der Welt notwendig sein werde. Und ein paar Minuten später meinte er, dass die "Militäroperation" in der Ukraine der Beginn einer Verschiebung der Weltordnung sei.

Während der russische Präsident seine Rede hielt, setzten seine Truppen ihre Bombardierungen gegen die Ukraine fort. Sie greifen dabei seit einiger Zeit verstärkt die Strom- und Wasserversorgung der Ukraine an. Vor dem Winter stellt das die Zivilbevölkerung vor erhebliche Probleme. So müssen sich die Menschen immer häufiger mit Notstromaggregaten behelfen.