Das Auswärtige Amt fordert Deutsche zur Ausreise aus dem Iran auf. "Deutsche Staatsangehörige werden aufgefordert, Iran zu verlassen", erklärte das Ministerium am Donnerstag in seiner aktualisierten Reisewarnung. "Für deutsche Staatsangehörige besteht die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden."

Vor allem Doppelstaatler, die neben der deutschen auch noch die iranische Staatsangehörigkeit besäßen, seien gefährdet. In jüngster Vergangenheit sei es zu einer Vielzahl willkürlicher Verhaftungen ausländischer Staatsangehöriger gekommen.

Reisewarnung seit 4. Oktober

Österreich hat bereits am 4. Oktober eine Reisewarnung ausgegeben. Das Außenministerium in Wien empfiehlt den Österreicher und Österreicherinnen dringend, das Land zu verlassen. Beim Außenministerium sind derzeit rund 140 Auslandsösterreicher und deren Familienangehörige im Iran registriert, teilte eine Sprecherin auf APA-Anfrage mit. Die überwiegende Mehrheit davon seien Doppelstaatsbürger, die das Land nicht verlassen wollen. Rund 40 Personen sind aktuell reiseregistriert.

Im Iran halten seit mehr als sechs Wochen Massenproteste an, die sich am Tod der 22-jährigen Mahsa Amini entzündet hatten. Die Kurdin war am 16. September in Polizeigewahrsam gestorben. Die sogenannte Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie unangemessen gekleidet gewesen sein soll. Inzwischen haben sich die Proteste zur größten Herausforderung für die geistliche Führung seit 1979 ausgewachsen. Damals wurde im Zuge der Islamischen Revolution der Schah gestürzt, und die Islamischen Republik wurde ausgerufen. (APA/Reuters)