In den Schlüsselstaaten Wisconsin und Michigan haben sich jeweils demokratische Kandidaten gegen Republikaner durchgesetzt. Aber auch in Pennsylvania. Dort hat sich der demokratische Vizegouverneur John Fetterman gegen den bisher vom gemäßigten Republikaner Pat Toomey behauptet. Jedoch werden in Nevada, Georgia und Arizona noch Stimmen ausgezählt. Es ist mit möglicherweise langen Verzögerungen zu rechnen.

Die Republikaner müssten nämlich zwei der drei umkämpften Senatsrennen in Arizona, Nevada und Georgia für sich entscheiden und ihren wackelnden Sitz in Wisconsin halten, um den Demokraten noch die Mehrheit in der wichtigeren US-Parlamentskammer abzujagen.

Nevada wird voraussichtlich bis Ende dieser Woche auf die Ergebnisse warten, da sich die Auszählung der Briefwahlzettel verzögert. In Nevada war die demokratische Amtsinhaberin Catherine Cortez Masto mit 47,2 zu 49,9 Prozent hinter dem Republikaner Adam Laxalt, hoffte aber auf Stimmen aus dem Großraum Las Vegas. Es ist also offen, ob die Demokraten an ihrer hauchdünnen Mehrheit im Senat festhalten können.

Vor möglicher Stichwahl

In Georgia, wo der erst vor zwei Jahren in einer Sonderwahl gewählte Demokrat Raphael Warnock seinen Sitz zu verteidigen hatte, sah es aber nach einer Stichwahl aus, da weder er noch sein republikanischer Herausforderer Herschel Walker die nötige absolute Mehrheit erreichen dürften. Teilergebnisse zeigten Warnock mit 49,2 zu 48,7 Prozent vor Walker.

Keiner von beiden hat bisher die 50-Prozent-Hürde überschritten. Das besonders enge Rennen um einen der beiden Senatssitze des Bundesstaates könnte Experten zufolge für die Mehrheitsverhältnisse in der Kammer am Ende den Ausschlag geben. Sollte allerdings kein Kandidat auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen gewinnen, wird eine Stichwahl am 6. Dezember notwendig.

Technisches Debakel

Warten heißt es auch in Arizona. Der US-Bundesstaat gilt als entscheidend für den Ausgang der Wahl im Senat. Der demokratische Amtsinhaber Mark Kelly war mit 52 zu 45,8 Prozent deutlich vor seinem republikanischen Herausforderer Blake Masters, doch waren dort noch konservative Hochburgen auszuzählen. Es kam zudem zu Problemen mit einigen elektronischen Wahlmaschinen. Die technischen Schwierigkeiten haben umgehend Donald Trump auf den Plan gerufen. "Geht es wieder los?" schreibt der ehemalige US-Präsident auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social. "Das Volk wird das nicht dulden!!" Den Behörden im Kreis Maricopa County zufolge gibt es bei etwa einem Fünftel der Maschinen Probleme. Sie versichern, dass alle Stimmen trotzdem gezählt werden. Trump erklärt bis heute ohne Vorlage belastbarer Beweise, dass er die Präsidentenwahl 2020 nur wegen Betrugs verloren habe. (reuters, red.)