Überschattet von Sorgen über Chinas zunehmende Machtansprüche und Nordkoreas jüngste Raketentests hat am Freitag in Bangkok der zweitägige Gipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) begonnen. Unter anderem nehmen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, US-Vizepräsidentin Kamala Harris, Japans Ministerpräsident Fumio Kishida und Südkoreas Ministerpräsident Han Duck-soo teil. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist als Ehrengast geladen.

Xi sprach sich in seiner Rede für die Offenheit der asiatisch-pazifischen Volkswirtschaften aus und forderte die makroökonomische Koordination zu verstärken. Er beklagte, dass Protektionismus zunehme, globale Lieferketten unter Druck seien und Probleme wie Inflation und Energiesicherheit eine Herausforderung seien.

Chinas Staatschef forderte die Nachbarländer zu einem kooperativen Sicherheitssystem auf und warnte vor "Einmischung in innere Angelegenheiten". Auch sollten die "legitimen Sicherheitsbedenken jedes einzelnen Landes" ernst genommen werden. Die Souveränität und territoriale Integrität der Länder müssten respektiert werden, forderte Xi ohne auf Chinas umstrittene Ansprüche auf Inseln im Ost- und Südchinesischen Meer oder die demokratische Inselrepublik Taiwan einzugehen.

Sorge vor Protesten

Berichten zufolge wollen die 21 APEC-Staaten auch erstmals umfassende Ziele für Umwelt- und Klimafragen festlegen. Die thailändische Regierung hat im Vorfeld Zehntausende Sicherheitskräfte mobilisiert. Die Angst vor regierungskritischen Protesten ist groß. Die Behörden sperrten das Tagungsgebiet rund um das Queen Sirikit Convention Center weiträumig ab. Berichten zufolge gab es am Freitagmorgen (Ortszeit) in der Nähe des Tagungsortes kleinere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Unter anderem waren Poster mit Parolen gegen den thailändischen Ministerpräsidenten Prayut Chan-o-cha, aber auch gegen Xi Jinping und den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sehen.

Das APEC-Treffen knüpft nahtlos an die Beratungen der Staats- und Regierungschefs der ASEAN-Länder in Kambodscha und den anschließenden G20-Gipfel auf der indonesischen Insel Bali an. Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Teilnahme abgesagt, wie bereits bei den beiden anderen Spitzentreffen.