Eine große Anzahl an US-Panzern und Militärfahrzeugen erreicht den niederländischen Hafen in Vlissingen. Das Gerät soll an die Ostflanke der Nato in Polen und Litauen verlegt werden. Insgesamt würden rund 1250 Militärgeräte erwartet, sagte der zuständige US-Militär Robert Kellam am Mittwoch. Dazu zählen US-Schützenpanzer vom Typ Bradley und der Kampfpanzer M-1 Abrams.

Der Bradley soll auch dem ukrainischen Militär zur Verfügung gestellt werden. Deutschland will den Schützenpanzer Marder an die Ukraine liefern.

Die britische Regierung hat unterdessen in der Debatte um die Lieferung moderner Kampfpanzer an die Ukraine eine Initiative angedeutet. "Es ist klar, dass Kampfpanzer den Ukrainern entscheidende Fähigkeiten verleihen könnten, und der Premierminister hat Präsident Selenskyj vergangene Woche gesagt, dass Großbritannien zur Verfügung stellen wird, was es kann", sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Rishi Sunak am Mittwoch vor Journalisten in London.

Er sagte zudem, Großbritannien werde seine Unterstützung für Kiew beschleunigen und das Land mit "der Art militärischer Technologie versorgen, die dabei helfen wird, den Krieg zu gewinnen". Sunak habe Verteidigungsminister Ben Wallace angewiesen, mit den Verbündeten in den kommenden Wochen zusammenzuarbeiten, um zu diskutieren, "wie wir in unserer Unterstützung für die Ukraine weiter und schneller gehen können". Das schließe auch die Lieferung von Panzern mit ein.

London erwägt Lieferung schwerer Panzer

Medien hatten zuletzt berichtet, London erwäge die Lieferung von Kampfpanzern des Typs Challenger 2. Es wäre damit das erste Land, das moderne westliche Kampfpanzer an Kiew zur Abwehr des russischen Angriffskriegs abgibt.

Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden, betonte der Sprecher. Zu der Frage, ob London mit Berlin Gespräche über die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geforderte Lieferung von Leopard-2-Panzern führe, wollte er sich nicht äußern.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hatte am Dienstagabend nach einem Besuch der ostukrainischen Stadt Charkiw gesagt, dass die Ukraine zur Befreiung weiterer Gebiete zusätzliche Panzerlieferungen brauche. In den ARD-"Tagesthemen" verteidigte die Grünen-Politikerin hinsichtlich der Forderungen nach der Lieferung von Leopard-2-Kampfern zugleich das Vorgehen der deutschen Bundesregierung, sich in der Frage mit den Verbündeten abzustimmen und behutsam vorzugehen. "Auch wenn das Herz einem brennt" sei es wichtig, gemeinsam zu überlegen, wie verantwortungsvolle Schritte gegangen werden könnten.