In Russland sind mehr als 5.000 frühere Sträflinge nach ihrem Kriegseinsatz als Wagner-Söldner in der Ukraine begnadigt worden. Sie hätten ihre Verträge für die Söldnertruppe erfüllt, teilte deren Gründer und Chef, Jewgeni Prigoschin, am Samstag mit. Er hatte in Gefängnissen Tausende verurteilte Straftäter rekrutiert, um sie in der Ukraine einzusetzen. Die Wagner-Einheiten, die weitgehend autonom vom russischen Militärkommando agieren, spielen eine wichtige Rolle in dem seit über einem Jahr dauernden Krieg Russlands gegen sein Nachbarland. Sie wurden zu einer maßgeblichen Stütze, nachdem die reguläre russische Armee im vergangenen Jahr eine Reihe Niederlagen erlitten hatte.

"Nach aktuellem Stand wurden mehr als 5.000 Menschen nach Erfüllung ihrer Verträge mit Wagner begnadigt und freigelassen", sagte Prigoschin in einem auf dem Kurznachrichtendienst Telegram veröffentlichten Audioclip. Nur 0,31 Prozent der Begnadigten hätten nach ihrem Dienst in Wagner-Einheiten Verbrechen begangen, sagte Prigoschin, ein reicher russischer Geschäftsmann, dem Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin nachgesagt wird. Der Söldner-Chef saß zu Sowjet-Zeiten selbst unter anderem wegen Raubes neun Jahre im Gefängnis, bevor er in den 90er Jahren Unternehmer wurde und nach eigenen Angaben 2014 seine Privatarmee gründete.

Ursprünglich bestand die Wagner-Truppe aus Veteranen der russischen Streitkräfte. Sie kämpfte in Libyen, Syrien, der Zentralafrikanischen Republik und Mali. Im Krieg in der Ukraine erlaubte die russische Regierung Prigoschin, Strafgefangene zu rekrutieren und sie mit Panzern, Flugzeugen und Raketenabwehrsystemen auszurüsten - Straffreiheit gegen Kriegseinsatz. Inzwischen nimmt das Verteidigungsministerium einer Gefangenenrechtsorganisation zufolge die Rekrutierung aber selbst vor. Nach US-Schätzungen folgten der Werbung rund 40.000 Männer, die teils wegen Schwerverbrechen verurteilt waren. Anfang Januar wurden die ersten nach ihrem sechsmonatigen Einsatz auf freien Fuß gesetzt. (reuters)