Kabul. Die NATO hat in Afghanistan nach eigenen Angaben einen ranghohen Anführer des mit der Al Kaida verbundenen Haqqani-Netzwerks getötet, der einer der Hintermänner des Angriffs auf ein Kabuler Luxushotel mit mindestens 21 Toten gewesen sein soll. Ismail Jan sei am Mittwoch in der östlichen Provinz Paktika bei einem Luftangriff getötet worden, teilte die NATO-Truppe ISAF am Donnerstag mit. Er sei der Stellvertreter des Haqqani-Chefs in Afghanistan gewesen. Aus unabhängiger Quelle konnte der Tod Jans zunächst nicht bestätigte werden.

Jans Aufenthaltsort sei mit Hilfe von Angaben der Geheimdienste, von Anrainern und abtrünniger Aufständische aufgespürt worden, erklärte die ISAF. Dann sei ein Luftangriff angeordnet worden. Bei dem Angriff nahe der Grenze zu Pakistan seien auch weitere Haqqani-Kämpfer getötet worden.

Jan soll laut ISAF materielle Unterstützung für den Angriff auf das Hotel Intercontinental in der Nacht auf Mittwoch bereitgestellt haben. Zwar hatten sich die radikalislamischen Taliban zu dem Angriff bekannt; laut NATO war aber auch das Haqqani-Netzwerk beteiligt, das für vorherige Angriffe in Kabul verantwortlich gemacht worden war und das als gefährlichster Gegner für die internationalen Truppen im Osten Afghanistans gilt.