Osama bin Laden ziert das Cover des Time. Vorgänger, die mit dem roten 'X' markiert wurden, waren Adolf Hitler (7. Mai 7, 1945), Saddam Hussein (21. April 2003) und Abu Musab al-Zarqawi (19. Juni 2006). - © Reuters/Time Magazine/Tim O'Brien
Osama bin Laden ziert das Cover des Time. Vorgänger, die mit dem roten 'X' markiert wurden, waren Adolf Hitler (7. Mai 7, 1945), Saddam Hussein (21. April 2003) und Abu Musab al-Zarqawi (19. Juni 2006). - © Reuters/Time Magazine/Tim O'Brien

Der Gründer des Netzwerkes Al Kaida werde nie mehr in der Lage sein, "Akte des Terrorismus" wie bei den Anschlägen vom 11. September 2001 zu begehen, hieß es.

Eine solche Erklärung zum Tod eines Menschen des Sicherheitsrates ist äußert selten. Der Sicherheitsrat forderte die Staatengemeinschaft auf, weiterhin wachsam zu sein und gemeinsam den Kampf gegen den Terrorismus voranzutreiben. Zudem wies das Gremium darauf hin, dass Terrorismus nicht alleine durch Militär und Strafverfolgung bekämpft werden könne, sondern durch die Entwicklung von Zivilgesellschaften und einem wachsenden Verständnis davon, wie und warum sich terroristisches Gedankengut entwickelt.

Ban hatte vor dem Treffen des Sicherheitsrats den Tod von Bin Laden als "Wendepunkt" im gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus bezeichnet. Die Verbrechen von Al Kaida hätten Schmerz und Verlust von Tausenden von Menschenleben auf fast allen Kontinenten gebracht. "Ich selbst war an diesem traurigen Tag hier in New York", sagte Ban mit Blick auf die Terroranschläge auf das World Trade Center 2001. US-Präsident Barack Obama will am Donnerstag am Ground Zero mit Angehörigen der Opfer zusammenkommen

Fotos als Beweis

US-Präsident Barack Obama will am Donnerstag Ground Zero in New York besuchen - vier Tage nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein amerikanisches Sonderkommando in Pakistan. Die US-Regierung schloss unterdessen nicht aus, Fotos von Bin Laden zu veröffentlichen. Die Vereinigten Staaten würden alles tun, um Zweifel am Tod des Drahtziehers der Anschläge von 9/11 auszuräumen, sagte der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, am Montag vor Journalisten. Deshalb werde die Veröffentlichung von Informationen und auch Fotos geprüft. Osama bin Laden war in der Nacht zum Montag durch eine US-Kommandoeinheit in Pakistan erschossen worden.

Unbehelligt in Pakistan

Die pakistanische Regierung will mögliche Versäumnisse bei der Suche nach dem nun getöteten Al-Kaida-Chef prüfen. Es werde eine "vollständige Untersuchung" zu der Frage geben, warum dem Geheimdienst der Aufenthalt von Bin Laden in Pakistan entgangen sei, sagte der pakistanische Botschafter in den USA, Husain Haqqani, dem Nachrichtensender CNN.

Auch die USA schlossen eine pakistanische Hilfe für Bin Laden nicht aus. Der Anti-Terror-Berater von Obama, John Brennan, erklärte, dass untersucht werde, ob Bin Laden über "irgendeine Form eines Unterstützungssystems in Pakistan" verfügt habe. Es sei "unvorstellbar", wie sich der Al-Kaida-Chef sonst über einen längeren Zeitraum in einem befestigten Anwesen kaum zwei Autostunden von der Hauptstadt Islamabad entfernt habe aufhalten können.

Die USA hatten die pakistanische Regierung erst dann über die Kommandoaktion in der Stadt Abbottabad informiert, als die Hubschrauber mit den US-Elitesoldaten den Luftraum des Landes wieder verlassen hatten. Dabei habe Washington ein Feuergefecht mit dem pakistanischen Militär in Kauf genommen, sagte Brennan. "Zum Glück hat es keine Konfrontation mit den pakistanischen Streitkräften gegeben." Die Regierung in Islamabad habe keine Ahnung gehabt, ob die USA oder ein anderes Land hinter der Militäraktion auf ihrem Staatsgebiet stünden.

Pakistan als Verbündeter

Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Allerdings steht der pakistanische Geheimdienst im Verdacht, ein doppeltes Spiel zu betreiben und entgegen der offiziellen Position die radikalislamischen Taliban zu unterstützen. Obama hatte am Sonntagabend allerdings keine offene Kritik an Islamabad geäußert, als er den Tod Bin Ladens verkündete. Die Zusammenarbeit mit Pakistan habe den USA beim Aufspüren Bin Ladens geholfen, hatte der Präsident in seiner Rede gesagt. (APA/Reuters)